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Hilden
Politik: Laubsack-Gebühr 1 Euro bleibt

Hilden: Politik: Laubsack-Gebühr 1 Euro bleibt
Auf Straßen mit vielen Bäumen muss im Herbst eine Menge Laub entsorgt werden. Neben Kompost, Biotonne und kostenloser Abgabe beim zentralen Bauhof ist der Laubsack gegen Gebühr der vierte Weg dafür. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Die Mitglieder im Umweltausschuss diskutieren engagiert über Alternativen, die jedoch ihre Tücken hatten. Von Christoph Schmidt

Hildegard Scholzen wohnt an der Feldstraße. Vor ihrem Grundstück stehen eine Reihe großer Linden. Im vergangenen Jahr hat die Rentnerin 18 Laubsäcke gefüllt. Jeder kostet einen Euro. "Ich finde, die Säcke müssten für Anwohner von Straßen mit städtischen Bäumen kostenfrei sein", sagte Hildegard Scholten. Die RP machte daraus einen "Bürgermonitor" - weil das Thema viele Hildener bewegt. In Hilden gibt es rund 9800 kommunale Bäume, schätzt Achim Hendrichs, Sachgebietsleiter Grünflächen/Forst: rund 5100 Straßenbäume, 2500 in Grün- und Parkanlagen und etwa 2200 auf Friedhöfen. Da kommt ganz schön was zusammen. Zwischen 500 und 600 Tonnen Laub pro Jahr, schätzt Abfallberater Frank Berndt vom städtischen Bauhof.

Die Bürgeraktion und die Allianz griffen das Thema auf. Fast eine Stunde lang wurde im Umweltausschuss engagiert diskutiert. Ergebnis: Alles bleibt, wie es ist. Der Laubsack mit der Schutzgebühr von einem Euro ist offenbar doch die wirtschaftlichste und praktikabelste Lösung für das Laub-Problem.

Die Bürgeraktion hatte vorgeschlagen, auf besonders laubreichen Straßen versuchsweise Drahtkäfige aufzustellen. "Die Bürger sind für das Einsammeln zuständig, die Stadt übernimmt die Abfuhr kostenfrei", erläuterte Markus Hanten die Idee seiner Fraktion. Problem: Welche Straßen sind laubreich, welche nicht? Die Stadt müsste die Drahtkäfige zunächst einmal kaufen und dann auch noch geeignete Standorte finden. Ratingen praktiziert dieses System, berichtete Bauhofleiter Ulrich Hanke. Benötigt werde ein Fahrzeug mit starkem Sauger sowie mindestens zwei zusätzliche Mitarbeiter. Das sei für einen einjährigen Versuch zu aufwendig, sah Hanten ein. Ihm ging es um eine einheitliche Regelung: "Entweder bleibt es bei der Gebühr für Laubsäcke oder sie sind für alle gratis."

Die Allianz wollte Anliegern städtischer Straßen mit vielen Bäumen die Laubsäcke auf Nachfrage "in angemessener Zahl" kostenfrei zur Verfügung stellen. "Wer ist damit gemeint, wer nicht?", fragte der Bauhof-Leiter. Das sei schwer abzugrenzen und nicht wirklich zu kontrollieren. Er rechnete vor: Der eine Euro für den Laubsack sei nur eine Schutzgebühr. Der Laubsack wird an den Straßenrand gestellt und mit der Biotonne abgefahren: "Das zusätzliche und bequeme Angebot Laubsack ist zu 80 Prozent quersubventioniert. Das heißt alle Gebührenzahler (auch die im Geschosswohnungsbau ohne Garten) zahlen für die Grün- und Laubabfälle mit." 2010 und 2011 hatte der Stadtrat die Ein-Euro-Gebühr mehrheitlich aufgehoben. Folge: Die Hildener holten sich viermal so viele Laubsäcke wie sonst und nutzen sie offenbar auch, um Grünabfälle aus ihren Gärten zu entsorgen. Der Bauhof schaffte es nicht mehr, alle Laubsäcke zusammen mit den Biotonnen zu entsorgen. Deshalb wurde 2012 wieder die Schutzgebühr von einem Euro für Laubsäcke eingeführt.

In der Stadt gibt es rund 20 Straßen mit besonders vielen Straßenbäumen. "Dort ist die Kehrmaschine aktuell wöchentlich im Einsatz", erläuterte Hanke: "Doppelt so häufig wie in anderen Straßen. In der Laubzeit sind alle verfügbaren Leute mit nichts anderem beschäftigt." Bis auf Allianz und Bürgeraktion (zwei Stimmen) lehnte die Mehrheit den Antrag der Allianz ab, Laubsäcke wieder kostenfrei abzugeben. Pro Jahr werden zwischen 800 und 1000 Laubsäcke aus Papier gekauft.

Quelle: RP
 
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