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Hilden
Polizei: "So ein Ansturm ist nicht zu regeln"

Hilden: Polizei: "So ein Ansturm ist nicht zu regeln"
In den Einkaufsstraßen - hier der Axlerhof - herrschte beim verkaufsoffenen Sonntag Hochbetrieb. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Nach den teils chaotischen Verhältnissen am Einkaufssonntag suchen Veranstalter und Behörden nach einem Rezept. Von Gökçen Stenzel

Stadtmarketing, Verwaltung und Polizei wollen jetzt an einem Verkehrskonzept arbeiten, das bei großen Veranstaltungen mit viel Andrang greift. Grund sind die teils chaotischen Verhältnisse vom verkaufsoffenen Sonntag, als rund um Hilden gar nichts mehr ging. "Wir brauchen Sondermaßnahmen zum Thema: Wie geht Hilden mit Menschenmassen um", sagt etwa Baudezernentin Rita Hoff. In einem solchen Konzept müssten sicher die Baustellen im Stadtgebiet berücksichtigt werden. Aktuell ist zum Beispiel die Baustraße stadtauswärts gesperrt — der Verkehr sucht sich andere Wege.

Am Sonntag war Hilden im Ausnahmezustand; von 13.10 Uhr an waren alle Zufahrtstraßen verstopft, die Parkhäuser dicht. Kritik entzündete sich unter anderem daran, dass Ampelschaltungen daran nicht angepasst waren, dass nirgendwo regulierend eingegriffen wurde. "Wir hatten Glück, dass nichts passiert ist", sagt Marion Buschmann, Chefin der CDU im Rathaus. "Bei so vielen Veranstaltungen, die wir in Hilden haben, brauchen wir dringend einen runden Tisch."

Derzeit sei die Verkehrssituation durch die Großbaustellen in Hilden tatsächlich "eine Katastrophe"; einem solchen Ansturm wie am Sonntag sei das System zusätzlich nicht gewachsen. "Die nicht vorhandene Grüne Welle, die wir als CDU immer wieder ansprechen, schlägt dann durch. Das muss endlich ernsthaft diskutiert werden!"

Unvorbereitet, nicht vernetzt, nicht flexibel oder nicht vorhanden: So wurde die Organisation des Tages von etlichen Gästen und Kunden in der Fußgängerzone bewertet. "Uns hat niemand angefordert", bestätigt zum Beispiel Thomas Dietz, Einsatzleiter bei den Verkehrskadetten und selbst Hildener, diesen Eindruck. "Wir können Polizisten durchaus unterstützen." In Düsseldorf kommen Kadetten an jedem Wochenende zum Einsatz, sie helfen unter anderem an den Fußgängerampeln und -übergängen. Ein Einsatz von neun Kadetten - eine "Busladung" - kostet rund 600 Euro, die in diesem Fall vom Stadtmarketing als Veranstalter zu tragen gewesen wären. Dietz wundert sich aber auch darüber, dass die Polizei zum Beispiel den Kronengarten nicht gesperrt hat, als dort nicht mehr hineingefahren werden konnte.

Polizeichef Frank Bauernfeind hat nichts gegen ein gemeinsames Konzept, "da ist die Polizei dabei", sagt er. Er appelliert allerdings auch an die Gäste selbst: Es habe jedem klar sein müssen, dass nicht alle mit dem Auto kommen und bis in die City hineinfahren können. "Einen solchen Ansturm kann man nicht regeln", so Bauernfeind. "Wenn die Parkplätze belegt sind, ist Schicht." In eine ähnliche Richtung argumentieren Leser auf der Facebook-Seite der Redaktion, sie geben aber auch zu bedenken: Hilden wirbt ausdrücklich damit, Einkaufsstadt auch für alle Kommunen aus dem Umkreis zu sein. Einkäufer aus dem Umkreis kommen oft mit dem Auto.

Doch sind bereits Lösungen in der Diskussion. Sie lauten: weitere Parkflächen ausweisen und Shuttle-Busse einsetzen, die Rheinbahn für einen kürzeren Takt an solchen Sonntagen gewinnen, die Kadetten als Verkehrshelfer anfordern. "Wir wollen uns mit dem Ordnungs- und dem Tiefbauamt zusammensetzen", sagt Stadtmarketing-Chef Volker Hillebrand. Die Händler hätten durchaus enorm profitiert von dem Andrang, doch wurden eben auch viele Kunden abgeschreckt. Marion Buschmann: "Wir wollen ja eine volle Stadt, aber die Leute sollen eben auch wiederkommen und nicht sagen: Das mit Hilden, das kannst du vergessen."

Quelle: RP
 
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