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Hilden
Poller passen nicht zu Designer-Garten

Hilden: Poller passen nicht zu Designer-Garten
Schön ist anders: Gartendesigner Peter Janke versteht, warum die Stadt Hilden die Poller gesetzt hat. Der Anblick jedoch "betrübt" ihn. Er würde sich gerne an einer schöneren Lösung beteiligen. FOTO: Staschik, Olaf
Hilden. Die Straßenverkehrsbehörde hat das wilde Parken auf dem Seitenstreifen der Hochdahler Straße unterbunden. Von Christoph Schmidt

Peter Janke betreibt an der Hochdahler Straße 350 eine Staudengärtnerei inmitten eines 13.000 Quadratmeter großen Schaugartens. Der Hildener hat schon mehrere Bücher geschrieben und sich einen Namen als Gartendesigner gemacht. Sein "Hortvs" zieht viele Besucher an - nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Frankreich und England.

Das wiederum rief die Straßenverkehrsbehörde auf den Plan. Die Besucher parkten nämlich vor dem Gelände - am Rand der Hochdahler Straße, da wo gerade Platz war. Mit 45 Kunststoff-Pollern wurde diese illegale Praxis vor rund sechs Monaten unterbunden. Mit dem optischen Ergebnis freilich ist niemand wirklich glücklich, weder Janke noch die Stadt Hilden. Eine hässliche Poller-Palisade ausgerechnet vor einem gärtnerischen Vorzeige-Betrieb mit überregionalem Einzugsgebiet und das Ganze auch noch prominent an einem Stadteingang gelegen.

"Das Problem ist: Die Leute steigen aus und stehen unmittelbar auf der Fahrbahn einer viel befahrenen Ausfallstraße - und das auch noch in einer Innenkurve", erläutert Tiefbauamtsleiter Harald Mittmann, der in Personalunion auch die Straßenverkehrsbehörde vertritt: "Das ist brandgefährlich. Da mussten wir einschreiten." Zudem liege in dem Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Fußweg ein öffentlicher Regenwasser-Kanal mit Überlaufschächten. Er stammt aus der Zeit, als die Gemeindestraße noch eine Landesstraße war. "Der Kanal liegt relativ flach auf dem Gelände. Wenn dort Fahrzeuge stehen, sind Schäden am Kanal zu befürchten."

"Ich kam im September 2015 gerade aus England zurück und wurde durch die Poller völlig überrascht", sagt Janke. Er sieht die Notwendigkeit ein, den Seitenstreifen zu sperren. Der Anblick jedoch "betrübt" ihn: "Ich würde mich gern an einer schöneren Lösung beteiligen."

Beispielsweise mit großen Findlingen, die die Einfahrt zu seinem Betrieb markieren. Den Seitenstreifen zwischen Fahrbahn und Bürgersteig würde der Gartendesigner "attraktiv bepflanzen": "Etwa mit tollen Gräsern. Das ist doch eine ökologische Aussage. Denken Sie an das Krokus-Band in Düsseldorf: Menschen lieben das." So könnte der Seitenstreifen für parkende Autos gesperrt, aber auch eine grüne Visitenkarte für die Gärtnerei und für die Stadt Hilden werden. Janke hat auf seinem Gelände mittlerweile rund 15 eigene Parkplätze angelegt. "Schön ist anders", räumt Mittmann beim Anblick der Poller-Palisade ein - und zeigt sich offen für andere Lösungen: "Wenn Herr Janke gute Ideen hat - gerne. Sie müssen aber auch funktionieren."

Bei der optischen Neugestaltung sollten der Gartendesigner und die Stadt auch an die gegenüberliegende Seite der Hochdahler Straße denken. Dort ist die Situation ganz ähnlich - nur ohne Poller-Palisade.

Quelle: RP
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