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Hilden/Haan
Popgesang-Wertung mit hohen Hürden

Hilden/Haan. Ricarda Weber hat allen Grund zu strahlen. Ihre gesangliche Leistung zu Michael Jacksons "Man in the mirror" und Ariana Grandes "Almost is never enough" hat die dreiköpfige Fachjury im Bereich Popgesang nahezu vollends überzeugt: mit 23 von maximal 25 Punkten belegt die Helmholz-Schülerin Platz 1 in ihrer Altersgruppe. Und nicht nur das: Mit einer solch hohen Punktzahl wird sie automatisch Teilnehmerin des Landeswettbewerbs in Detmold im kommenden März. "Sie waren besonders begeistert von dem Feingefühl, mit dem ich gesanglich in das Playback einsetzte", erzählt Ricarda nach dem Feedbackgespräch. "Mir sind bei ihrem Auftritt die Tränen geflossen, so hat sie mich berührt", beschreibt die nicht minder stolze Oma ihre Gefühle. Seit einigen Jahren gehört Popgesang zu den Wettbewerbskategorien bei "Jugend musiziert", angemeldet sind in diesem Jahr insgesamt sechs Teilnehmer. "Reiner Popgesang als Unterrichtsfach, neben dem klassischen Gesang, ist durchaus gefragt bei uns", weiß Musikschulleiterin Eva Dämmer. Von Daniele Funke

Eine Etage tiefer in der Musikschule sitzt Elena-Christin Fuchs in einem Schulraum am Klavier und singt sich ein. Seit drei Jahren nimmt die 19-Jährige professionellen Gesangsunterricht, gesungen habe sie aber schon immer viel, betont die Haanerin.

Wenige Minuten später ist es soweit. Elena beginnt mit dem für sie anspruchsvollsten Stück, "Impossible" von Christina Aguilera. Neben der Jury sitzen einigen Interessierte, Freunde, Verwandte im Heinrich-Strangmeier-Saal der Musikschule. Die Berufskollegschülerin hat eine perfekt dazu passende soulige, kraftvolle Stimme, eine große Professionalität, Persönlichkeit, Ausstrahlung.

Eine Eigenkomposition und eine weitere schwere Nummer von Joss Stone (mit der musikalischen Begleitung durch Farfarello-Gitarristen Uli Brand) setzen den ersten Eindruck fort: "Was sollte man da noch verbessern können?", fragt sich das laienhafte Gehör und ist zutiefst beeindruckt über eine solch überragende Leistung. Die Jury aber sieht das scheinbar anders: Elena schafft nur den zweiten Platz und erntet eine Menge Kritik.

"Sie sagten, ich hätte sie mit den kraftvollen Liedern weggehauen und sollte lieber etwas Ruhigeres probieren. Und ich soll mehr ich selbst sein", erzählt die Musikerin und ist sichtlich enttäuscht. "Aber ich nehme die Kritik konstruktiv an und werden daran arbeiten".

Quelle: RP
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