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Hilden
Post kommt bei Hildenern nicht an

Hilden: Post kommt bei Hildenern nicht an
59 Millionen Briefe stellt die Deutsche Post jeden Tag zu. In der Regel träfen 95 Prozent am nächsten Tag beim Empfänger ein, sagt die Post. 99 Prozent am zweiten Tag. FOTO: Deutsche Post
Hilden. Dann sollten sich die Kunden in der Bonner Zentrale melden, damit dort das Problem auffällt, sagt ein Postsprecher. Von Eike Hövermann

Der Hildener Georg Stötzel wartete in diesem Jahr nun bereits zwei Mal eine Woche lang auf seine Post. Das führte vor zwei Wochen dazu, dass am Mittwoch die Handwerker zur Heizungswartung, aus Solingen kommend, vor der Tür standen, vermeintlich unangemeldet. "Es stellte sich heraus, dass der Handwerker den Brief mit der Ankündigung seines Kommens bereits am Donnerstag der Vorwoche rausgeschickt hatte", erzählt Stötzel. Ein Woche später kam er dann auch an, viel zu spät, um sich auf den Handwerkerbesuch vorbereiten zu können. "Das war jetzt nicht dramatisch, aber ärgerlich", sagt der 81-jährige, der als Beamter zu Beginn jedes Monats eine Beihilfe-Bestätigung per Post erwartet. Auch diese brauchte zuletzt eine Woche - von Bochum bis Hilden. "Wir merken, dass an manchen Wochentagen der Briefkasten ganz voll ist, an anderen ganz leer", erklärt der emeritierte Professor. "Eine verzögerte Zustellung kann an zig Sachen liegen, sowohl intern als auch extern", sagt Post-Sprecher Rainer Ernzer. Es könne demnach sein, dass der Brief fehlerhaft oder nicht ausreichend beschriftet wurde. "Und auch wir arbeiten mit Menschen zusammen, auch die machen Fehler", erklärt Ernzer. "Wir haben ausreichend Personal und können Lücken, beispielsweise im Krankheitsfall, schließen." Es könne jedoch vorkommen, dass im Einzelfall kurzfristig kein Ersatz gefunden wird. "Dann wird der Bezirk auf die Kollegen drum herum aufgeteilt", weiß Ernzer. Und die machten auch mal Überstunden. "Bei Nicht-Zustellung muss der Kunde konkret nachfragen" - und das möglichst zeitnah. Aber auch dann werde nicht immer der Einzelfall überprüft. "Zunächst wird so eine Meldung an das Qualitätsmanagement weitergegeben und gilt erstmal als abgeschlossen." Erst wenn dann in einem Bereich eine Verdichtung auffiele, würden Nachforschungen angestellt, erklärt Ernzer. Denn so ein normaler Brief sei einer von 59 Millionen pro Tag deutschlandweit - allein in Hilden kümmerten sich über 30 Postzusteller um durchschnittlich 40.000 Briefe täglich. In der Regel träfen 95 Prozent der Briefe am nächsten Tag beim Empfänger ein, 99 Prozent am zweiten. Deshalb gibt der Postsprecher den Tipp, sich bei jedem Vorkommnis erneut beim Kundenservice unter 0228 4333 112 in der Bonner Zentrale zu melden, damit eine Häufung festgestellt werden könne.

"Sehr unregelmäßig" komme die Post auch bei ihm an, sagt Martin Sudhoff aus Hilden. Woran das liegen könnte, fragt er sich schon seit Beginn des Jahres. Denn da hatten die Probleme mit der Deutschen Post angefangen. Ein Fall beschäftigt den 40-Jährigen nachhaltig: Im Februar dieses Jahres wurde ihm seine Entgeltabrechnung nicht zugestellt. Ein Nachforschungsauftrag, der vom Absender, in diesem Fall also seinem Arbeitsgeber, aufgegeben werden muss, verlief im Nichts. Sudhoffs Vermutung: "Der Brief wurde nicht ausgetragen oder falsch eingeworfen." Nach Aussagen Rainer Ernzers wird eines deutlich: Martin Sudhoff wird über den Verbleib dieses Briefes nichts erfahren können. "Wo der einzelne Brief unterwegs ist und wo es genau hakt, ist nicht herauszufinden", erklärt der Pressesprecher. Dennoch sei er aus Sicht Ernzers genau richtig vorgegangen. Denn der Nachforschungsantrag des Absenders löse aus, dass dem Weg des Briefes nachgegangen werde. "Wenn ein Brief beispielsweise tatsächlich nicht zugestellt werden kann, dann landet er in Marburg." Da hat die Deutsche Post eine Zentrale eingerichtet, in der besonders vereidigte Mitarbeiter Briefe öffnen dürfen, um über den Inhalt Rückschlüsse über den Absender schließen zu können. Ist er hier nicht gelandet, sei der Verbleib nicht nachvollziehbar.

Quelle: RP
 
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