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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Postzustellung liefert weiter Gesprächsstoff

Hilden. Die Post bearbeitet rund 59 Millionen Briefe - täglich. Viele kommen am nächsten Tag an - tausende offenbar aber nicht. Das sorgt für Ärger - ohne Ende.

Die Deutsche Post DHL Group hat 2017 ihren Gewinn um 7,2 Prozent auf 3,74 Milliarden Euro gesteigert. Die RP hatte vier Briefe auf den Weg gebracht - alle waren am nächsten Tag bei den Empfängern in der Region. Und trotzdem beschweren sich bei der RP täglich Leser über die Deutsche Post. So wie Uwe Willhaus. Tagelang kam keine Post, dann war der Briefkasten voll. Darunter der Brief eines Notars, aufgegeben am 12. März - und am 20. März beim Empfänger. Ein Zusteller habe ihm gesagt: Wegen einzelner Briefe oder Päckchen könne er nicht mehr kommen, deshalb würden sie jetzt gesammelt und dann zugestellt. Ähnliches erfuhr Manfred Hennemann. "Wir haben kein Personal", habe ihm ein Zusteller erzählt. Deshalb bleibe Post liegen und werde oft erst Tage später ausgeliefert. Beides passt zusammen. Die Deutsche Post verdient glänzend - gerade weil sie offenbar beim Personal spart. Die Post hat sich verpflichtet, täglich zuzustellen. Wenn sie das nicht mehr will oder kann, muss sie das klar sagen. Alles andere wäre Täuschung der Kunden. Das Porto muss sich der Konzern übrigens von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen. Verärgerte Kunden sollten sich vielleicht einmal dorthin wenden. Möglicherweise hätten tausende von Beschwerden dann doch einmal Folgen. Aber es gibt auch Geschichten wie die von Christian Meyn-Schwarze. Der Hildener singt ein Loblied auf zwei Hildener Postboten. Kürzlich erreichte ihn ein Brief. Adressiert war er an seine alte Adresse: "Wir wohnen da schon fünf Jahre nicht mehr. Der Nachsendeauftrag ist schon vier Jahre abgelaufen." Und trotzdem kam der Brief an: "Mein Ex-Briefträger kannte meine neue Straße und hat sie auf den Brief geschrieben. Und sein Kollege hat mich ohne Hausnummer ausfindig gemacht und den Brief in den richtigen Briefkasten gesteckt." Diese beiden Postboten sind Helden des Alltags. Sie sorgen dafür, dass trotz aller Fehler nicht alles zusammenbricht. Schön, dass es noch solche Menschen gibt - auch bei der Post.

christoph.schmidt@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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