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Hilden
Projekt unterstützt schwangere Flüchtlinge

Hilden. Man sieht es Tatjana Soliman an: Die Diplom Sozialarbeiterin freut sich auf ihre neue Herausforderung. Mit lebendiger Stimme und strahlenden Augen schwärmt sie von dem neuen Projekt "Schwangere und Flucht". "Wir freuen uns darauf, dass wir mit Hilfe von Dolmetschern den schwangeren Frauen nun intensiv zur Seite stehen können. Ziel wird es sein, ihnen für alle Belange Hilfen anzubieten oder Kontakte zu vermitteln, aber vor allem auch, ihnen psychosoziale Unterstützung zu geben. Denn viele von ihnen sind auf Grund ihrer Lebenssituation traumatisiert, mit Gewalt konfrontiert worden", beschreibt die Donum-Vitae-Mitarbeiterin ihre Aufgabe. Von Daniele Funke

Das bundesweite Projekt "Schwangere und Flucht" wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Bundesverband donum vitae ins Leben gerufen. Seit September wird die aufsuchende Hilfe bundesweit angeboten, darunter auch an sechs Standorten in NRW. "Wir haben im vergangenen Jahr, und das wird in diesem Jahr ähnlich sein, rund 35 Prozent mehr Frauen mit Flüchtlingshintergrund beraten. Ein solches Projekt ist wichtig, weil wir wirklich auf die besonderen Bedürfnisse dieser Frauen eingehen können. Das Besondere ist, dass wir in die Flüchtlingsunterkünfte gehen und sie den Weg zu uns erst gar nicht finden müssen", erklärt Margret Herbertz von der Beratungsstelle. Tatjana Solimann wird mit 19,5 Stunden pro Woche Ansprechpartnerin für Schwangere im Kreis Mettmann sein. Die Systemische Beraterin wird möglichst die ganze Familie einbeziehen. "Es geht auch darum, den Menschen unser Verständnis von Familie nahezubringen, die Stellung der Kinder in unserer Gesellschaft, Erziehungsfragen zu klären. Und da wir die Menschen regelmäßig begleiten wollen, hoffen wir, ihr Vertrauen gewinnen zu können, ums so auch tiefgehende Gespräche mit Hilfe von guten Dolmetschern möglich zu machen."

Das Projekt ist vorerst auf drei Jahre angelegt, in NRW sind auch Dortmund, Aachen, Olpe, Dülmen und Bonn beteiligt. Neben den Einzelberatungen sind auch Gruppenangebote geplant. "Wir haben bereits jetzt eine Anfrage eines Flüchtlingsheims für einen Kursus zum Thema Schwangerschaft erhalten. Dabei wird es dann unter anderem auch um andere Themen wie etwa Verhütungsmittel gehen", sagt Tatjana Soliman.

Bislang gibt es noch keine Erfahrungswerte, auch etwaige Zahlen über schwangere Flüchtlingsfrauen im Kreis Mettmann liegen donum vitae nicht vor. "Der Aufgabenbereich entsteht ja völlig neu. Wir sind jetzt gerade dabei, unser Projekt bei den entsprechenden Behörden und Institutionen bekanntzumachen und für uns zu gewinnen, Kontakte herzustellen, unser Konzept und die Ideen dahinter zu präsentieren", erklärt die Diplom-Sozialarbeiterin, "nur so erreichen wir dann auch unsere Zielgruppe."

Quelle: RP
 
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