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Hilden
Reichshof-Zufahrt weiter offen

Düsseldorf. Der Stadtentwicklungsausschuss hat eine Entscheidung über die Verkehrserschließung vertagt. Nach Ostern sollen sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und gemeinsam eine Lösung finden. Von Christoph Schmidt

Im Streit um die Erschließung des neuen Reichshofs ist jetzt wieder alles offen. Auf Antrag der Bürgeraktion beschloss der Stadtentwicklungsausschuss einstimmig eine ergebnisoffene Diskussion aller Beteiligten nach den Osterferien im Bürgerhaus. Moderieren soll die Veranstaltung Alt-Bürgermeister Günter Scheib oder Bürgermeister Horst Thiele.

Alternatives Gutachten

Hintergrund: Der neue Reichshof an der Hochdahler Straße wird ein neues Pfarrzentrum für St. Jacobus, Geschäfte, Büros, Praxen und bis zu 80 neue Wohnungen beherbergen. Etwa 80 Anwohner der Mühlenstraße wehren sich gegen den Vorschlag der Verwaltung, die vorgesehene Tiefgarage (120 Plätze) aus städtebaulichen Gründen über die Mühlenstraße zu erschließen. Das Rathaus stützt sich dabei auf ein Verkehrsgutachten des Investors.

Die Mühlenstraßen-Anlieger legten im Stadtentwicklungsausschuss ein eigenes, alternatives Verkehrsgutachten auf den Tisch. Es schlägt als Kompromiss vor, die Tiefgarage aus allen Richtungen über die Hochdahler Straße an- und nur nach rechts auszufahren. Es sieht nur eine Ausfahrt auf die Mühlenstraße vor (wegen der fehlenden Linksabbiegemöglichkeit auf die Hochdahler Straße). Dr. Ralf Bommermann, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen, beschwerte sich, dass die Verwaltung von sechs untersuchten Erschließungsvarianten nur zwei vorgeschlagen habe. Seine Fraktion spreche sich für eine Erschließung von der Hochdahler Straße aus. Das Anwohner-Konzept laufe darauf hinaus, dass am Ende kaum jemand die Ausfahrt über die Mühlenstraße nutzen werde. Die CDU wolle nicht nur die beiden von der Verwaltung vorgeschlagenen Varianten beraten, erläuterte CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Peter Schnatenberg. Auch das Anwohner-Konzept erhalte "viele interessante Anregungen". Die FDP tendiere zu einer kombinierten Erschließung über die Hochdahler und die Mühlenstraße. Kirchenbesucher sollten in der Tiefgarage nicht parken dürfen, um den Verkehr zu reduzieren, forderte Dr. Heimo Haupt. Das Beharren der Verwaltung auf einer Erschließung nur über die Mühlenstraße nannte Ludger Reffgen (Bürgeraktion) "fast halsstarrig". Beide Verkehrsgutachten lägen nicht so weit auseinander. Alle Beteiligten sollten sich an einen Tisch setzen und einen Konsens finden. Dafür sprach sich auch Susanne Vogel von den Grünen aus. Ihre Fraktion tendiere zu einer kombinierten Erschließung über die Hochdahler Straße (Einfahrt) und Mühlenstraße( Ausfahrt).

"Teilerfolg" für Anwohner

Zahlreiche Anwohner der Mühlenstraße verfolgten die Aussprache. Eine ihrer Sprecherinnen, Renate Jahrstorfer, bewertete das Ergebnis der Sitzung gestern als "Teilerfolg": "Vier Varianten des Verkehrsgutachtens kamen ohne die Mühlenstraße aus, wurden von der Verwaltung aber verworfen. Durch unser Verkehrsgutachten ist jetzt wieder alles offen."

Quelle: RP
 
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