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Hilden
Rektorin Kamps geht - Schule sagt ade

Hilden: Rektorin Kamps geht - Schule sagt ade
Zum Abschied gab es Eis für alle: Gudrun Kamps folgt nun ihrem Ehemann in den Ruhestand nach. Er leitete die Grundschule am Elbsee. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Sie ist seit 40 Jahren Lehrerin, seit 33 Jahren an der Grundschule Schulstraße, davon 25 Jahre als Konrektorin, die letzten fünf als Schulleiterin des Grundschulverbundes. Nun geht Gudrun Kamps in Pension. Von Eike Hövermann

"Jedes Kind hat das Recht auf einen frischen, unverbrauchten Pädagogen", das Credo, das sich Gudrun Kamps für ihre Zeit als Lehrerin, Konrektorin und Schulleiterin setzte und an das sie sich immer gehalten hat. "Damit habe ich mir die Einstellung bewahrt, die seinerzeit dazu geführt hat, diesen Beruf zu ergreifen" - einen Weg, den die 66-Jährige noch immer als "genau die richtige Entscheidung" beschreibt. "Mit diesem Gefühl kann ich mein Berufsleben gut als abgeschlossen empfinden."

Die Herausforderungen im Schulbetrieb seien vielfältig, Geduld und Empathie zwei besonders wichtige Eigenschaften. Aber auch die Balance dazwischen, mit den Kindern Spaß zu haben und eine Orientierung zu bieten. Zudem unterliege man in 40 Jahren zahlreichen Veränderungen von außen - Politik und Gesellschaft wandelten die Abläufe im Schulbetrieb. "Die Schule ist für mich ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Wandels", betont Kamps. Zuletzt sei die stark gestiegene Zuwanderung die größte Herausforderung gewesen. Doch "es funktioniert ganz gut", sagt Kamps, nicht zuletzt, weil die Stadt sich um eine sinnvolle Verteilung derer kümmert, die mit noch wenigen deutschen Sprachkenntnissen in die Hildener Grundschulen kommen. "Wir haben uns als Schule dieser Situation gestellt und ein Konzept gefunden", das auch zur Bewilligung von integrativen Geldern und zusätzlichen Lehrerstunden führte. Beispielsweise läuft der Sprachunterricht parallel zum sonstigen Unterricht, um eine schnelle Förderung zu erreichen. Wenn es um solche Herausforderungen geht, vergisst Kamps ihre Kollegen nicht. "Das geht alles nur im Team, mit der tollen Unterstützung des Kollegiums."

Beim Stichwort Unterstützung blickt Kamps gerne 20 Jahre zurück - damals war die Grundschule Schulstraße die dritte Hildener Schule, die gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung anbot. "Seither arbeiten wir in den entsprechenden Klassen mit Sonderpädagogen zusammen", eine enorme Bereicherung, die neue Sichtweisen eröffne, erklärt die scheidende Schulleiterin.

Sonderpädagogin Daniela Herbeck-Krenzel ist seit diesen Anfängen dabei und hat den gemeinsamen Unterricht an Kamps' Seite mitgegründet. "Auch bei personell oder finanziell schlechten Bedingungen gelang es Gudrun Kamps optimale Lösungen mit guter Qualität und Förderung zu finden", sagt die 53-Jährige. "Die Schule war ihre Lebensaufgabe, die sie immer mit Spaß und Überzeugung angegangen ist." Und dennoch fand sie immer auch Zeit für sich, versichert Kamps. Ihr Ausgleich war und ist die Familie. Drei Kindern und mittlerweile sieben Enkeln widmet sie mit Freude ihre Zeit. Dazu kommen Sport und Reisen. In ihrer Heimatgemeinde in Düsseldorf widmet sie sich nun Aufgaben im Presbyterium - genug zu tun für eine, die immer Spaß an der Herausforderung hat.

Quelle: RP
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