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Hilden
RP-Aktion: Fachleute sichten Dreckecken

Hilden: RP-Aktion: Fachleute sichten Dreckecken
Achim Hendrichs, Sachgebietsleiter Grünflächen/Forst bei der Stadt Hilden, im Kreisverkehr Breddert, in dem das Unkraut wuchert. RP-Leserin Claudia Roth schlug vor, ihn zu verschönern. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Ein Dutzend Vorschläge zur Verschönerung von Dreckecken ging bei der RP ein. Zurzeit werden sie begutachtet. Von Alexandra Rüttgen

Achim Hendrichs geht in die Hocke. Die Pflanzen am Kreisverkehr Breddert könnten ihm ein gutes Versteck bieten: In geduckter Haltung überragen sie den Sachgebietsleiter Grünflächen/Forst bei der Stadt Hilden sogar noch. Der Kreisverkehr ist einer von zwölf Vorschlägen, die RP-Leser zur Aktion "Nicht maulen, sondern machen - wir verschönern eine Dreckecke" eingereicht haben. Die Fläche "ist völlig ungepflegt, es wird lediglich ein Mal im Jahr das in die Höhe und über den Kantenstein wuchernde Grün zurückgeschnitten", berichtet Claudia Roth. Sie ist Anwohnerin der Krabbenburg unweit des Kreisverkehrs und Vorstandsmitglied der Bund-Ortsgruppe Hilden. Ihr Vorschlag: Man könnte auf der Fläche ein Kräuterbeet anlegen. Mit dieser Idee sei sie schon 2014 an die Stadtverwaltung herangetreten. "Es hätte eine Freude für das Auge und ein Lebensraum für Schmetterlinge und Bienen werden können", so Roth. Sie selbst wäre bereit gewesen, die Fläche zu bepflanzen und zu pflegen. Problem nur: Die Stadt kann dies den Bürgern nur gestatten, wenn diese die Flächen sicher betreten können. Das scheidet am Kreisverkehr aus, weil er nicht über Bürgersteige verfügt. Trotzdem hat der Kreisverkehr nun große Chancen, doch noch verschönert zu werden: Die Fläche ist Favorit der Fachleute, die zurzeit die von den Bürgern vorgeschlagenen Dreckecken begutachten. Eine davon wird Ulrich Fritzsch, Inhaber des Hildener Gartenbaubetriebs GreenCard Garten GmbH, unter Verwendung der Sponsorengelder von Volksbank Remscheid-Solingen und der Hildener Firma Michael Kleinbongartz "Kukko" verschönern.

Dass das Unkraut so wuchern kann, liegt an der großen Arbeitsbelastung, berichtet Bauhofleiter Ulrich Hanke. Zu seinem Team gehören zwei Pflegekolonnen mit jeweils sieben Mitarbeitern. Sie müssen bei Rückschnitt und Pflege eine Prioritätenliste berücksichtigen - dort, wo die Verkehrssicherheit gewährleistet sein muss, sind sie häufiger als in Anliegerstraßen. "Im Schnitt kommen wir auf jede Hildener Grünfläche zweimal im Jahr. Mehr nicht", sagt Hanke. Achim Hendrichs gibt außerdem zu bedenken, dass die Reinigungspflicht für Bürgersteige häufig bei den Anwohnern liegt. Sie haben also nicht nur die Pflicht, im Winter Salz gegen Glatteis zu streuen, sondern auch im Sommer Unkraut und Müll zu entfernen. Viele wissen das nicht. Die Stadt Hilden versucht, die Grünflächen so pflegeleicht wie möglich zu halten. Statt pflegeintensiver Rosen oder Bodendeckern, in denen sich der Müll verfängt, wird mittlerweile häufig Rasen gesät. Und die über Jahre als robuste Straßenbäume so beliebten Platanen und Robinien werden nicht mehr gepflanzt, weil ihre starken Wurzeln Gehwegplatten und Asphalt abheben. Stattdessen werden schmalkronige Bäume wie Linden, Ahorn oder der Amberbaum gesetzt. Die Bepflanzung der Dreckecke soll in Absprache mit dem Bürger geschehen, der den Vorschlag eingereicht hat, versichert Gärtner Ulrich Fritzsch.

Quelle: RP
 
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