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Leserforum Kirchengeläut
"Schade, dass Traditionen in Frage gestellt werden"

Hilden. Hilden (gök) Lärm oder wichtige Tradition? Die Meinungen im Leserforum gehen auseinander. Das Forum geht weiter, auch auf facebook. Posten Sie dort oder mailen Sie an: hilden@rheinische-post.de.Eine aktuelle Auswahl steht hier.

Manfred Baumgartner: "Gerade in Zeiten wie diesen sind religiöse Symbole wie das Glockengeläut Ausdruck unserer Kultur. Wenn demnächst der Muezzinruf aus dem nächsten Minarett mit Lautsprechern verstärkt stören sollte, würden die meisten gern wieder Glocken hören. Die Beschwerdeführer sollten dem Ruf der Glocken folgen, aufstehen und in die Kirche gehen. Wenn Schichtarbeiter in die Nähe wohnen, sollten sie umziehen, die Kirche stand ja schon vor ihnen da."

Ansgar Stein: "Auch wir wohnen in der Nähe der Jacobuskirche (Mühlenstraße) und erfreuen uns jeden Tag an dem harmonischen Glockengeläut. Da die Kirche weit über 100 Jahre hier steht, müssen die Beschwerdeführer gewusst haben, was sie erwartet, wenn sie in der Nähe eine Wohnung beziehen. Sollte das Glockenläuten ganz oder teilweise untersagt werden, würde für uns ein Stück Lebensqualität verschwinden."

Hubert Bader: "Die Vertreter der Kirchengemeinde St. Jacobus haben immer ein offenes Ohr, mit Sicherheit auch für Menschen, die das Glockenläuten stört. Man wird bestimmt über Einzelheiten reden können. Da aber die Beschwerden erst seit wenigen Jahren vorgetragen werden, liegt die Vermutung nahe, dass diese von erst später Hinzugezogenen kommen. Und da gilt natürlich das Gleiche wie bei der Flucht in die Dorfidylle: erst auf den Bauernhof ziehen und dann gegen den Stallgeruch klagen, geht nicht."

Renate Gütte: "Wer war zuerst da? ... Was ist mit den Glockengeläut der Reformationskirche ?"

Iris Duff-Tytler: "Es ist schade, dass Traditionen immer mehr in Frage gestellt werden. Glockengeläut ist keine Lärmbelästigung, sondern ein gleichbleibender Ruhepool in unserer Gesellschaft. Leider wird sich über alles schnell aufgeregt und sei es über spielende Kinder oder wie in diesem Fall über die Kirche. Wenn ich in eine Gegend ziehe, wo eine Kirche sich befindet, muss ich damit klarkommen, dass ich die Glocken läuten höre. Höre ich es nicht gerne, ziehe ich dort nicht hin. Es gibt genug andere Wohnungen. Und ganz nebenbei, es gibt genug Hildener, die dieses Glockengeläut seit Jahren hören und lieben."

Susanne Illig: "Uns stört das Glockengeläut schon lange! Sonntags werden wir davon geweckt und auch zu den anderen Zeiten finden wir es unnötig. Wer in die Kirche gehen möchte, braucht dafür meiner Meinung nach nicht dieses Geläut. Diese Personen wissen auch so, dass jetzt Kirchenzeit ist. Alle anderen wollen sowieso nicht in die Kirche, ob sie nun läutet oder nicht. Diese Geläut empfinden wir nur als zusätzlichen und unnötigen Krach."

Cornelia Kalla: "Schön ist zwar anders, aber Läuten ist auch wichtig! Was würde ich darum geben, wenn die Kirche in meiner Nähe die wohlklingenden Glocken von St.Jacobus hätten. Die Friedenskirche hat leider blechern scheppernde Glocken, die mich vor allem im Sommer, wenn ich bei offenem Fenster schlafe samstags spätestens um 8 Uhr senkrecht im Bett sitzen lassen, egal, wie spät der Abend war. Das bringt meinen Biorhythmus auch kräftig durcheinander. Dennoch wäre ich bisher nie auf die Idee gekommen, mich bei der Kirche zu beschweren. Allerdings wünsche ich mir schon einen Dauerausfall oder neue, besser klingende Glocken. Das Geschepper ist schon sehr unangenehm. Gesegnete Ostern!"

Peter Steffens: "Die St. Jakobus Kirche liegt nun mal in einem dichten Wohn- und Geschäftsgebiet. Soweit ich mich erinnere, gibt es vom Glockenturm den Halb- und den Vollstundenschlag. Diese Zeitangabe hatte sicherlich in den Jahrhunderten ihren Sinn, dass die Menschen ihre Zeit ohne eigene Uhr einteilen konnten. Diese Information ist so nicht mehr notwendig. Daher mein Kompromissvorschlag, womit die Menschen und die Kirche leben könnten:

1) Der Stundenschlag wird eingestellt.

2) Das sogenannte Angelusläuten wird von Montag bis Freitag um 7 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr beibehalten. Am Samstag nur um 12 Uhr.

3) Da sonntags zur Messe eh geläutet wird, sollte das Angelusläuten gänzlich entfallen.

Im Übrigen gehört das Läuten der Kirchenglocken seit Jahrhunderten und gerade in der jetzigen Zeit zu unserem christlichen Erbe, welches wir nicht aufgeben sollten. Beruflich war und bin ich immer wieder in muslimischen Ländern, wo der Muezzin 5 mal am Tage über Lautsprecher ruft und das zum ersten Mal in der Morgendämmerung geben 3.30 Uhr. Schlaffördernd ist das für uns nicht besonders."

www.rp-online.de/hilden

Quelle: RP
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