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Hilden
Schnäppchen mit kleinen Macken

Hilden: Schnäppchen mit kleinen Macken
Da freuen sich kleine Prinzessinen: Ara-Mitarbeiterin Carolin Orten präsentiert ein Paar Kinderschuhe aus dem Werksverkauf des Langenfelder Unternehmens. FOTO: Ralph Matzerath
Hilden. In seinem Outlet bietet Ara-Shoes 20.000 Paare zu Sonderkonditionen an. Darunter 20 Prozent Kinderschuhe. Von Isabel Klaas

Manchmal kann die zweite Wahl die erste sein. Nämlich dann, wenn man die kleinen Makel als Laie gar nicht entdeckt und der Preis für ein Paar Schuhe 40 bis 60 Prozent unter dem Normalpreis liegt. Beim Ara-Werksverkauf (neudeutsch Outlet) an der Schlenkhecke in Langenfeld kann man solche Schnäppchen unter 20.000 Angeboten finden. Täglich werden die Reihen der Herren-, Damen- und Kinderschuhe neu aufgefüllt.

Mit seinen 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ist das moderne Outlet in Langenfeld seit 2012 das größte und komfortabelste des Unternehmens. Acht weitere gibt es über ganz Deutschland verteilt sowie in Rumänien, Österreich, Tschechien und Polen.

Sebastian Meyer, Geschäftsführer von "top shoes and more", kümmert sich speziell um die Outlets und dass sie immer gut bestückt sind. "Wenn Sie bei uns einen Zweite-Wahl-Schuh kaufen, heißt das nicht, dass sich nach einer Woche die Sohle vom Schaft löst", sagt er. "Manchmal ist es lediglich eine Naht, die nicht da sitzt, wo unser Käufer sie erwartet, das Leder ist eine Nuance zu hell oder zu dunkel oder das Obermaterial ist kratzempfindlicher, als vom Abnehmer gewünscht. Technisch sind die Zweite-Wahl-Schuhe einwandfrei und nicht minderwertig", versichert Meyer.

Hochwertige Unikate zum Niedrigpreis können Kunden mit kleineren Füßen beim "Kollektionsverkauf" finden. Bei den Damen ist das die Größe viereinhalb, bei den Herren acht. Eine Kollektion wird zweimal im Jahr in Langenfeld von Schuhmodelleuren entwickelt und danach als Prototyp hergestellt, der dann in die Bemusterung geht und eventuell noch nachgebessert wird. Mitunter stellt sich bei der Fertigung der Musterschuhe heraus, dass sie zwar superschick sind, in der Mengen-Produktion aber viel zu teuer wären.

"Für Schuhe, die 200 Euro im Laden kosten, gibt es unter unseren Kunden keine Fangemeinde", sagt Prokurist Axel Ehlen. Solche Ringeltäubchen finden sich in kleiner Stückzahl im Outlet. "Es lohnt sich schon, öfter vorbeizuschauen, weil wir ständig nachsortieren", rät Ehlen.

Stolz präsentieren die beiden Ara-Männer die Kinderschuh-Auswahl im Outlet mit 20 bis 30 Prozent Preisnachlass. Besonders die "Superfit"-Schühchen der österreichischen Firma Legero, die zur Ara-Gruppe gehört, preisen Meyer und Ehlen an. "Sie sind aufwendig gemacht und holen beim internationalen Schuhvergleich immer erste Plätze", sagt Ehlen.

In der Tat kann man hier für kleine Mädchen Boots in schillernden Farben mit Strass, Herzchen-Applikationen und bunten Schnürbändern in der putzigsten Ausprägung finden. Dabei sind die Treterchen laut Ara bequem und strapazierfähig und häufig sogar mit einer Bobby-Car-Schutzkappe versehen, damit sie nicht so schnell verschleißen.

Wenngleich sich Ara in den vergangenen Jahren erfolgreich vom Oma-Image entfernt hat, "ist die bequeme Passform noch immer unsere Kernkompetenz", sagt er. "Allerdings ist uns der zeitgemäße Look sehr wichtig. Denn die Seniorin von heute trägt nicht mehr nur Schwarz und Creme."

Mit der Mode zu gehen, das ist für den Schuhhersteller, der seit 1949 in Langenfeld ansässig ist, überlebenswichtig. Allerdings: Dass die Produktion von Deutschland in Niedrig-Lohn-Länder verlegt wurde, ist auch eine der Geschäftsstrategien. Produktionsländer sind Indonesien, Portugal und Rumänien.

"Wir halten uns immer an europäische Standards. Kinderarbeit und diskriminierende Arbeitsbedingungen gibt es bei uns nicht", versichert Ehlen. In Langenfeld befinden sich nur noch Verwaltung und Musterproduktion.

Quelle: RP
 
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