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Hilden
Schüler lernen Musikkultur kennen

Hilden: Schüler lernen Musikkultur kennen
Usbekische Musiker besuchen die ersten Klassen der Wilhelm-Hüls-Schule. Bekzad Safarov zeigt, wie man dem zweisaitigen Zupfinstrument mit dem langen Hals - es ist ein Dotar - Töne entlockt. FOTO: Staschik
Hilden. Im Rahmen von JeKits (Jedem Kind ein Instrument) hatten Erstklässler der Wilhelm-Hüls-Schule Besuch aus Usbekistan. Von Daniele Funke

Neugierig werden die drei Musiker - eine Frau und zwei Männer - von vielen Kinderaugen betrachtet. "Die sehen ja aus wie bei türkischen Hochzeiten", ruft ein Junge, ein Mädchen stupst ihre Sitznachbarin im Stuhlreis an und schwärmt laut: "Guck mal, die Glitzersteinchen auf dem Kleid, oh wie schööön." "Jetzt spielt doch mal ein Konzert", ruft ein besonders aufgeregter i-Dotz den drei Gästen zu und hibbelt aufgeregt auf seinem Stuhl herum. Aber erst einmal gibt's die Begrüßung mit einer Verbeugung und "Salemaleikum". "Dies hier sind Gulzoda, Bekzad und Farruh", stellt der deutsche Betreuer Stephan die Usbeken vor, "sie kommen von soweit her, dass sie einen ganzen Tag lang mit dem Flugzeug herfliegen mussten." Die Kinder staunen mit offenen Mündern. "Und jetzt möchten Sie euch gerne etwas vorspielen."

In ihrem bunten, bestickten Gewand beginnt die junge Sängerin Gulzda zu tanzen, begleitet von Farruh an einer Art Geige, und Bekzads Instrument erinnert entfernt an eine Gitarre. Die Musik klingt orientalisch, der Tanz erinnert an eine Art Bauchtanz mit seinen anmutigen Hand- und Armbewegungen und den Hüftkreisen. Die Kinder toben vor Begeisterung, rufen laut nach einer Zugabe, Silke Glaser von der Hildener Musikschule freut sich über soviel kindlichen Enthusiasmus. "Darum machen wir das. Die Schüler sollen andere musikalische Kulturen kennenlernen und es ist toll zu erleben, wie spontan und offen und unvoreingenommen sie sind." Jetzt aber ist erst einmal Instrumentenkunde angesagt. Paula (6), darf die "Dotar" von Bekzad ausprobieren - ein langhalsiges Zupfinstrument mit zwei Seiten. "Ich spiele ja auch schon Gitarre", erzählt die Grundschülerin und strahlt über die Töne, die sie erzeugt. Stephan erklärt das "Gijek", ein klassisches zentralasiatisches Streichinstrument mit bauchigem Klangkörper, der auf den Knien abgestellt wird. "Wer möchte probieren?", fragt er, die meisten Finger schnellen hoch. Dann möchten alle noch mehr Musik hören. "Ihr seid toll, macht weiter", ruft der aufgeweckte Junge, der schon vorher nicht genug bekommen konnte. Als dann auch noch Gulzoda die Kinder zum Mittanzen auffordert, hält es auch ihn nicht länger auf dem Stuhl. Zwar klappt die verbale Kommunikation gar nicht, aber das Strahlen der jungen Sängerin und der Kinder zeigen eines ganz deutlich: Musik verbindet - überwindet problemlos kulturelle Hürden. Gulzoda klatscht, flattert mit den Händen, stemmt sie in die Hüfte, dreht sich im Kreis und alle zeigen den gleichen vollen Körpereinsatz. Nelly, Lisa und Maja sind ganz aus der Puste. "Das war toll, die tanzt ja wie eine Schlange. Und dieses Gewand, fast wie eine Prinzessin aus Aladin und die Wunderlampe!"

Quelle: RP
 
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