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Hilden
Schüler tanzen einen Krimi

Hilden. Im "Tatort Opgenoorth" begeisterten 100 kleine und große Ballettratten. Von Astrid Schoene

Farbtupfer im Foyer des Helmholz-Gymnasiums - geschminkte Gesichter, effektvolle Kostüme. Kleine Ballettratten mit Sonnenblumen im Haar huschen durch die Gänge. Es kribbelt bei den Tanzschülern - Premierenfieber eben. Proppevoll ist die Aula, eingehüllt in eine Kakophonie der Vorfreude. Endlich ist es soweit. Mehr als 100 Schüler des Studios Opgen-oorth zwischen drei und 18 Jahren können zeigen, was sie mit ihren Lehrern erarbeitet haben - im "Tatort Opgenoorth". Der entführt die Zuschauer in Krimi-Welten.

Der Vorhang öffnet sich und gibt den Blick frei auf den ersten Tanz - temperamentvoller HipHop-Start der Schulkinder. Donnernder Applaus. Abseits der Bühne entwickelt sich das Krimi-Geschehen. Eine exaltierte Sängerin (schön verrückt von Liane Kaminski gespielt) jubiliert. Sie erzählt ihrer Freundin, einer Tänzerin (Stefanie Stryzewski) von ihrem Engagement. Die ist neidisch und auch über die Goldene Schallplatte der Sängerin. In ihrem Hause wuselt noch ein geschwätziger Maler (Henry Burt) herum. Derweil geht im Saal das Herz auf. Allerliebste Blumenkinder in rosa und weißen Tutus und winzigen Ballettschläppchen schwirren zur Pizzicato Polka über die Bühne. Husch husch, die Lehrerin navigiert sie hinaus. Bis auf ein Tanzkind. Das blinzelt und winkt aufgeregt in den dunklen Saal und ruft: "Maamaa!" Lachen und Gejohle.

Vergnüglich auch die Fledermäuschen. Von Schwarzlicht angestrahlt, schön rhythmisch zu Geigentönen, flattern sie im Kreise. Die Krimi-Geschichte nimmt ihren Lauf. Die Sängerin ist geschockt. Ihre Goldene Schallplatte ist geklaut. Ist der Maler der Schurke? Die Enkelinnen (Lisa und Letitia sind ein pfiffig und keck spielendes Duo), trösten die Oma und verwandeln sich in kleine Detektive. Kämpfen sich mutig durch düstere Szenen. Da sind die drolligen Mini-Ratten mit ihren rosa Schwänzen. Und da sind die gespenstigen "Schatten" in schwarzen Catsuits mit einer effektvollen Jazz-Choreographie.

Pause. Lisa, eine der jungen Solistinnen, verrät uns, dass sie seit fünf Jahren tanzt. Ein bisschen Lampenfieber habe sie schon. Dann strahlt sie: "Aber wenn ich auf der Bühne bin, vergesse ich alles um mich herum." Auch im zweiten Teil bestechen ausgefeilte Choreographien, fantasievolle Kostüme und Masken und eine gut durchdachte Regie von Angelika Opgenoorth. Die Musik zaubert die eine oder andere Stimmung in den Saal. Erfrischend übermütig und farbenfroh die Jahrmarkts-Szenen mit Luftballons-, Karussell- und Lolli-Tänzen. Und schön romantisch die "Tarotkarten" der kleinen und größeren Ballett-Eleven in weit schwingenden Röcken. Ein Ohren- und Augenschmaus! Zu Vivaldis Musik verzaubern Grazie, hohe Sprünge und kleine Pirouetten. Gruselig dagegen das Underground-Theater mit männlichen Tanz-Talenten in dämonischen Masken.

Happy-End im Krimi - nicht der Maler, die neidische Freundin war der Dieb. Ihr wird verziehen. Getanzte "Gefühle" ist der letzte Hit. In greller Bemalung wirbeln die "Großen" virtuos in Jazz-Sequenzen über die Bühne. Furioses Finale - mit Flamenco-Klängen und einer, von Liane Kaminski wunderbar ge-sungenen und von Stefanie Stryzewski getanzten Habanera. Viele Blümchen, viel Applaus und alles hoch verdient.

Quelle: RP
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