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Postskritpum Die Woche In Unserer Stadt
Schule hat geendet

Hilden. Hildens Hauptschule ist nicht mehr, die Förderschule wird nach den Ferien verändert sein. Die Schullandschaft ist im Umbruch.

Endlich Ferien! Vielen Schülern ist das Sommer-Halbjahr lang geworden, sie haben es als sehr anstrengend empfunden. Mehr als je zuvor dominiert die Schule die Heranwachsenden, Ganztag und G 8 lassen grüßen. Das Gymnasium dominiert auch die (öffentliche) Wahrnehmung - kein Wunder, dass alle Welt das Abitur will. Koste es, was es wolle.

Darüber gerät ganz aus dem Blick, dass sich die Schullandschaft in der Stadt an einer anderen Stelle massiv verändert hat. Die Theodor-Heuss-Schule, Hildens Hauptschule, ist nicht mehr. Nach mehreren Jahren des "Auslaufens", in denen die Schüler noch ihre Abschlüsse machen oder zu guter Letzt auch wechseln konnten, ist sie nun Geschichte. Damit teilt sie das Schicksal der meisten Hauptschulen im Kreisgebiet: Sechs der acht Schulen sind entweder schon dicht oder dicht davor. Hilden hat sich schon vor vier Jahren dazu entschlossen, eine Sekundarschule einzurichten - früher als andere Städte. Sie ist damit gut aufgestellt, die Schule ist bestens ausgestattet und beliebt. Sie bedient die Wünsche der Eltern nach längerem gemeinsamen Lernen und vor allem ist das unbeliebte Wort "Hauptschule" weg. Denn eigentlich war es natürlich auch zu Hauptschulzeiten jedem Schüler möglich, alle Abschlüsse zu erreichen: Mit einem guten Zeugnis konnten alle anschließend auf eine andere Schule wechseln und weiter lernen. So ist es noch immer: Mit einem qualifizierten Sekundarschul-Abschluss geht es in eine Oberstufe, die es eben nicht innerhalb der Schule, sondern nur nebenan gibt. Das gilt im Prinzip auch für Gesamtschulen. Nur Zehntklässler, die eine bestimmte Qualifikation nachweisen, kommen in die Oberstufe. Der größte Teil der Schülerschaft geht nach der 10 - wogegen Schüler anderer Schulen mit erworbener Qualifikation aufgenommen werden. Das sollten auch die Haaner Eltern wissen, die sich für die Einrichtung einer Gesamtschule ausgesprochen haben und deren Hauptschule ebenfalls nicht mehr genügend Anmeldungen hat: Es ist ein Märchen, dass alles für alle erreichbar ist.

Das Bestmögliche zu erreichen - das muss allerdings möglich sein. So ist der Umbruch im Bereich der Förderschulen nicht nur positiv zu bewerten. Nicht alle Kinder mit Förderbedarf oder einer Behinderung sind an einer Regelschule gut aufgehoben. Für sie waren und wären die kleinen Einheiten der Förderschulen besser geeignet. Wie sich die ehemalige Ferdinand-Lieven-Schule als "Förderzentrum Mitte" aufstellen wird, ist daher spannend mitzuerleben.

goekcen.stenzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
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