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Hilden
Schulen begrenzen Kosten für Klassenreisen

Hilden: Schulen begrenzen Kosten für Klassenreisen
London ist ein attraktives Ziel für Oberstufenfahrten, die Schulen aus Hilden, Haan, Langenfeld oder Monheim organisieren. Jüngere Klassen reisen vielfach innerhalb Nordrhein-Westfalens. FOTO: Interaktiv Reisen e.V
Hilden. Für eine Klassenfahrt nach New York haben Berliner Jobcenter einer Schulklasse mehr als 38.000 Euro gezahlt. Schulleiter aus der Region betonen, dass das bei uns nicht möglich ist. Von Ilka Platzek

Michael Tries, kommissarischer Leiter des Hildener Helmholtz-Gymnasiums, nennt Zahlen, die ausgesprochen bescheiden klingen: Die Obergrenze für Fahrten der 6. Klassen liege bei 230 Euro pro Schüler und bei 400 Euro für die Q2 (Klasse 12). Ein Berliner Fall, in dem öffentliches Geld für eine Klassenfahrt gezahlt wurde, erregte vorigen Monat die Gemüter (siehe Box). "In NRW", erklärt Tries stellvertretend für andere Schulleiter, "wird von der Schulkonferenz jeder Schule ein Fahrten-Konzept festgelegt. In diesem Konzept werden auch finanzielle Obergrenzen definiert."

Laut den Richtlinien für Schulfahrten vom 26. April 2013 entscheidet die Klassen- bzw. Jahrgangsstufenpflegschaft über Ziel, Programm und Dauer der Schulfahrt auf der Grundlage eines Vorschlags des Klassen- beziehungsweise Kurslehrers. Den Rahmen der Fahrt legt der zuständige Pädagoge fest,der Schulleiter muss den Antrag genehmigen.

"Die Klassenfahrten der 6. Klassen haben in der Regel Ziele in NRW. In der Oberstufe werden unterschiedlichste Ziele angestrebt, wobei die weitesten Fahrten nicht die teuersten sein müssen. So kann eine Kursfahrt nach Malta preisgünstiger sein als die nach London." Wenn die Kosten zu hoch ausfallen, kann der Schulverein um einen Zuschuss gebeten werden. Die Kosten werden von den Eltern übernommen. In Einzelfällen, in denen die Voraussetzungen erfüllt sind, können Mittel aus dem Topf für "Bildung und Teilhabe" beantragt werden. Die Kosten des begleitenden Lehrers werden aus dem Budget der Schule bestritten und sind für die Pädagogen genauso hoch wie die für den einzelnen Schüler.

Sabine Klein-Mach, Leiterin der Sekundarschule in Hilden, nennt niedrigere Zahlen: "Wir haben festgelegt, dass die 6. und 10. Klassen Reisen machen. Die 6. Klassen reisen in NRW für maximal 150 Euro pro Schüler; für die 10. Klassen sind 260 Euro vorgesehen." Wohin sie einmal reisen werden, wird sich zeigen. Die Sekundarschule geht aktuell erst bis Klasse 7.

An der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule in Langenfeld sieht die Schulkonferenz drei Klassenreisen vor: In Klasse 6, 9 und 12. Für alle stehen maximal 200 Euro zur Verfügung. "Die Kleinen reisen innerhalb NRWs, die 9. Klassen auch mal nach Holland oder Italien, die 12. Klassen immer nach Berlin", erzählt Peter Gathen, der Schulleiter. Und dann gibt es noch freiwillige Reisen, an denen dann nicht alle Schüler eines Kurses teilnehmen: "Da sind die Ski-Freizeit in Österreich oder die Fahrt nach London sehr beliebt." Für alle Klassenfahrten gilt: Eltern mit wenig Geld können Zuschüsse beantragen. Schulleiter Hagen Bastian vom Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim nennt als Reiseziele Deutschland, Frankreich, England, Italien sowie Schüleraustausch mit der Türkei und Israel. Das Monheimer Gymnasium hat sich auf drei verbindliche Klassenfahrten geeinigt: Die Klassen 5, 7 und 11 gehen auf Klassenreise. "Hinzu kommen freiwillige Fahrten. Das sind alle Reisen im Rahmen des Schüleraustausches." Übertrieben teuer seien die aber auch nicht: Etwa 200 Euro koste zum Beispiel der Trip nach Istanbul.

Stephan Wippermann, Schulleiter des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Langenfeld, stellt fest: "Eine Fahrt wie in Berlin nach New York kann hier nicht passieren, da die Schulkonferenz die Obergrenze festlegt, die Reisekosten für Lehrer gedeckelt sind und der Schulleiter die Erlaubnis geben muss." Die Schulkonferenz habe den Elternanteil für die 6. Klassen auf 230 Euro begrenzt, Fahrten der 7. Klassen auf 320 Euro und für den Abijahrgang auf 450 Euro, erläutert Wippermann. Die 6. Klassen reisen eine Woche nach Norddeich, Norderney, oder Borkum; die Abiturienten mit ihren Leistungskursen nach London, Amsterdam, Berlin, München oder Barcelona. Im Januar schnallen 30 Siebtklässler die Skier an und tummeln sich ein paar Tage auf der Schneepiste.

Quelle: RP
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