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Hilden
Sekundarschule will Marie Colinet heißen

Hilden: Sekundarschule will Marie Colinet heißen
Zum Start der Sekundarschule im Sommer 2013 knüpften Schüler, Eltern und Lehrer ein Netz. FOTO: ola
Hilden. Schüler, Eltern und Lehrer favorisieren die Ehefrau von Wilhelm Fabry. Der Schulausschuss entscheidet am 15. Juni. Von Christoph Schmidt

Vor drei Jahren gründete der Stadtrat eine städtische Sekundarschule, weil sich immer mehr Eltern gegen eine Haupt- oder Realschule entschieden. Die "kleine Gesamtschule" (ohne Oberstufe) im Bildungscampus Holterhöfchen war von Anfang an ein Erfolg. "Ursprünglich als dreizügige Schule geplant, wird zum Beginn des neuen Schuljahres 2016/17 zum vierten Mal hintereinander eine Vierzügigkeit erreicht", stellt Schuldezernent Reinhard Gatzke fest: "Damit gehört die Sekundarschule Hilden zu den erfolgreichsten Sekundarschulen in NRW.

" Und deshalb soll sie jetzt einen besonderen Namen bekommen - um die Identifikation mit der Schulform zu verstärken. Schüler, Eltern und Lehrer haben gemeinsam lange hin und her überlegt. Neue Namen wurden kreiert wie Sekundaro, Hilmax, SekHil oder Hisek. "Letztlich überzeugen konnten sie jedoch alle nicht", berichtet Schulleiterin Sabine Klein-Mach. Auch Namen wie Helmut Schmidt seien aufgetaucht. Er wurde jedoch verworfen.

Schmidt war zweifellos ein großer Staatsmann. Das Bild des Kettenrauchers habe jedoch nicht dem Gesundheitsauftrag einer Schule entsprochen. Wissenschaftler, Künstler, Literaten wollte die Schulkonferenz auch nicht als Namengeber, da mit dem Namen einer solchen Person automatisch auch der inhaltliche Schwerpunkt der Schule in Verbindung gebracht worden wäre. Schließlich suchten Schüler, Eltern und Lehrer nach einen Namen mit Hildener Bezug.

Wilhelm Fabry wollte man nicht, weil diesen Namen bereits die (auslaufende Realschule) trägt. Jetzt liegen zwei Vorschläge auf dem Tisch. Nummer eins: "Sekundarschule am Holterhöfchen". Das Holterhöfchen stehe seit mehr als 1000 Jahren für den Handelsplatz Hilden und ein friedliches und gastfreundliches Miteinander von Fremden und Einheimischen, so Klein-Mach. Jeder Hildener kenne das Holterhöfchen, das heute ein Zentrum mehrerer Schulen sei.

Zweiter Vorschlag: Marie-Colinet-Sekundarschule. Marie Colinet war die Frau von Wilhelm Fabry. Der berühmteste Hildener gilt als Begründer der modernen Chirurgie. Beide lebten als jung vermähltes Paar von 1589 bis 1592 in Hilden. Marie Colinet war nicht nur die Mutter der gemeinsamen acht Kinder, sondern gilt auch als berühmteste Hebamme der Schweiz, wo beide später lebten. Sie hat ihrem Mann oft bei der Behandlung geholfen.

Sie kam auf die Idee, einen Stahlsplitter mit einem Magneten aus dem Auge zu entfernen - eine Methode, die heute noch angewendet wird. Wilhelm Fabry hat immer wieder auf die Verdienste seiner Frau hingewiesen, die in der Wissenschaft nicht so gewürdigt wird wie er. Stadtarchivar Wolfgang Antweiler findet: Die Benennung der Sekundarschule nach Marie Colinet wäre eine "gute Entscheidung". "Eine bewundernswerte Persönlichkeit, eine starke Frau, ein sehr gutes Vorbild für unsere Schülerinnen und Schüler", meint auch Schulleiterin Sabine Klein-Mach.

So sahen es auch Schüler, Eltern und Lehrer: Die Schulkonferenz sprach sich mehrheitlich für den Namen Marie-Colinet-Sekundarschule aus. Auch die "Fabryaner", ein Kreis ehemaliger Schüler der Wilhelm-Fabry-Realschule, unterstützen diesen Vorschlag - ebenso wie die Verwaltung. Die Entscheidung liegt bei der Politik. Am Mittwoch beschließt der Schulausschuss. Dann würde die Sekundarschule ab 1. August den neuen Namen tragen.

Quelle: RP
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