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Hilden
Senioren beraten Gleichaltrige, ohne zu belehren

Hilden. Von Taschendiebstahl bis Helmpflicht: Das Aktionsbündnis für Seniorensicherheit klärt seit zehn Jahren über Sicherheitsrisiken im Alltag auf. Der Kreis Hilden war dabei Vorreiter.

Ein wenig zögerlich nähert sich die ältere Dame dem Polizeitransporter mitten auf dem Markt. Ihr Interesse gilt dem Stand des Aktionsbündnis für Seniorensicherheit, der direkt vor dem Fahrzeug aufgebaut ist. "Kommen Sie ruhig näher", muntert Mitarbeiterin Christa Hiller die ältere Dame auf, "kann ich Ihnen helfen oder möchten sie etwas wissen?" Christa Hiller und ihre Kolleginnen am Stand sind ehrenamtliche Mitarbeiter, die ältere Bürger rund um das Thema Sicherheit beraten. "Es geht dabei aber nicht nur um die Sicherheit zuhause, sondern auch im Straßenverkehr. Wir möchten zum Beispiel darüber aufklären, wie wichtig Helme sind, nicht nur für Kinder", erklärt Hiller.

Eine andere ältere Dame trägt einen Stoffbeutel mit sich, hat ihn über die Schulter geworfen und schaut sich nun interessiert die ausliegenden Broschüren an. ASS-Mitarbeiterin Ingeborg Plümacher spricht sie vorsichtig an. "Ein kleiner Tipp: Nehmen Sie lieber eine verschließbare Tasche mit in die Stadt. In einen Beutel kann jeder hineingreifen und schon ist Ihr Geldbeutel weg."

Vor zehn Jahren wurde das Aktionsbündnis aus dem Arbeitskreis Senioren ins Leben gerufen, Polizeihauptkommissar Jörg Marsall gehörte zu den Initiatoren. "Damals entstand die Idee aus dem sogenannten Enkeltrick heraus, der die Runde machte und viele Senioren extrem verunsicherte", beschreibt der Polizist die Anfänge. "Hilden war damals Vorreiter, mittlerweile gibt es in allen Städten des Kreises ehrenamtlichen Senioren, die durch Schulungen befugt sind, Gleichaltrige zu beraten."

Es sind häufig nur kleine Unachtsamkeiten, die gerade Senioren zum Verhängnis werden können. Auf diese aufmerksam zu machen, ohne belehrend zu wirken oder Panikmache zu betreiben, gilt als eine der Hauptaufgaben der "ASSE". Ingeborg Plümacher nennt ein Beispiel. "Viele ältere Leute warten zum Beispiel immer zu gleichen Uhrzeit auf Essen auf Rädern oder die Tochter ist zum Kaffeetrinken eingeladen. Da wird dann häufig zur vereinbarten Uhrzeit schon mal vorab die Haustür geöffnet, damit der angekündigte Besuch problemlos hineintreten kann. Dies kann ein fataler Fehler sein." Gut sei es generell, einen Türklinkenflyer der Polizei von innen an die Tür zu hängen, der beim Öffnen der Haustür zur Vorsicht mahne.

Nähere Informationen über die Polizei (Jörg Marsall, Tel. 02104/982-5114 oder www.seniorensicherheit-kreis-mettmann.de

(dani)
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