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Nachruf Karin Marquardt
Sie war gegen das Vergessen

Hilden. Am Samsstag, 9. April, einen Tag vor Ihrem 73. Geburtstag, verstarb die Hildener Lehrerin, Autorin und engagierte Mitarbeiterin des Arbeitskreises Stolpersteine, Karin Marquardt.

Bis zuletzt war die ehemalige Lehrerin für Deutsch und evangelische Religion am Bonhoeffer Gymnasium für den Arbeitskreis "Stolpersteine", der sich gegen das Vergessen von Opfern des Nationalsozialismus' einsetzt, aktiv. Als Mitglied der Leitungsgruppe forschte sie mit ihren Mitstreitern im Stadt- und Landesarchiv nach Namen und Angehörigen der Opfer.

"Wir verfolgten Spuren bis nach Israel und in die USA", erinnert sich Anita Ellsiepen, Mitarbeiterin im Arbeitskreis und Freundin Karin Marquardts. Sie war die, "die ganz viel geschrieben hat", für die Erinnerung und gegen das Vergessen. Bis zuletzt sei Marquardt "fit und interessiert" gewesen. "Wir sind sehr traurig", sagt Ellsiepen.

"Sie war an der ein oder anderen Stelle wohltuend unangepasst", sagt einer, der mit Karin Marquardt schon früh am Anfang seiner eigenen Karriere und später immer wieder mit ihr zusammentraf: Hildens Altbürgermeister Günter Scheib war unter ihr Referendar am "Bonni". "Sie wollte sich nie hinter dem Mainstream verstecken und hat ihre Positionen immer mutig voran gebracht", als Lehrerin und später auch im Arbeitskreis Stolpersteine, erinnert er sich.

Bei den Gedenkveranstaltungen zum 9. November waren ihre Worte "immer mit Substanz und wohldurchdacht", lobt Scheib. Karin Marquardts Dokumentation "Stolpersteine für Rolf und Henry Bernstein" handelt von der tragischen Geschichte einer jüdischen Familie, von Helfern während der Nazi-Zeit und der Kontaktaufnahme mit den Nachfahren - vom Erinnern gegen den Schrecken. Über viele Jahre arbeitete Karin Marquardt als Mitarbeiterin der Evangelischen Erwachsenenbildung in Hilden und leitete in diesem Rahmen einen Literaturkreis. höv

Quelle: RP
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