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Hilden
Siegerin liest Gruselgeschichten vorm Einschlafen

Hilden: Siegerin liest Gruselgeschichten vorm Einschlafen
Vordere Reihe: Fiona Schneider, Farah Azhoum und Jólie Herr, dahinter Michael Jansen und die Siegerin Paulina Seifert. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Pauline Seifert hat den Stadtentscheid des 57. Vorlesewettbewerbes gewonnen. Neben ihrer modernen Gruselgeschichte und den fünf anderen Büchern, fand sich auch ein Kinderbuch-Klassiker. Von Jessica Balleer

Die drei Mädchen sitzen in einer kleinen Hütte am Rande des Waldes. "Geist, bist du da?", fragt Marie. Die beiden anderen kichern. Doch dann passiert tatsächlich etwas. Das Glas auf dem Spielbrett bewegt sich, wie von Geisterhand versetzt. Es gleitet auf die vier Buchstabenfelder R-O-S-E. Das Kichern der Mädchen ist längst erstorben - und auch die Zuhörer im Hildener Rathaus sind mäuschenstill, als die Vorleserin der Gruselgeschichte, Paulina Seifert (11), fünf Minuten lang fehlerfrei liest, und dabei immer wieder eindringlich den Blickkontakt mit denen sucht, die ihr an den Lippen hängen und vergessen haben, dass sie hier sicher sitzen, beim Vorlesewettbewerb in Hilden .

Eröffnen durfte Fiona Schneider (Gesamtschule) den Stadtentscheid im ersten Stock des Rathauses. Mit einer Textpassage aus "Ostwind 3 - Aufbruch nach Ora" nahm die Sechstklässlerin die Zuhörer mit auf eine fantasievolle Reise, zwischen tiefer Pferdeliebe und Freundschaft. Auf sie folgte mit Michael Jansen vom Helmholtz-Gymnasium der einzige Junge, der sich qualifiziert hatte. Die Lacher des Publikums hatte er auf seiner Seite, als der Gymnasiast einen echten Klassiker vorlas: denn mit "Michel in der Suppenschüssel" hat Kinderbuchautorin Astrid Lindgren bereits 1963 Klein und Groß zum Schmunzeln bewegt. Farah Azhoum (Sekundarschule) hörten die Zuhörer begeistert zu, weil sie nicht nur vom Sams ("Eine Woche voller Samstage") erzählte, dabei Atmosphäre herüberbrachte und gut betonte, wie es der Bewertungsbogen der neunköpfigen Jury ohnehin verlangte. Farah sang sogar einzelne Passagen.

Nach ihr stellte Jólie Herr das weniger bekannte Jugendbuch "Eine Freundin für Allie" vor. Umso aufmerksamer lauschten Jury, Eltern und Mitschüler ihren Worten. Am besten aber gefiel der Jury am gestrigen Nachmittag die fünfte Teilnehmerin, Paulina Seifert (11). Die Sechstklässlerin des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums erhielt einstimmig die meisten Punkte von den Parteivertretern, zwei Mitgliedern des Jugendparlamentes und der Vorjahressiegerin, Lena Wengenroth, aus der Jury. Pauline hatte das Buch "Die drei !!! - 1,2,3 Magie!" mitgebracht. Mit der spannungsgeladenen Textpassage "Tanz der Hexen" fesselte sie und überzeugte anschließend auch mit dem Fremdtext. Denn neben dem vorbereiteten, mussten die Fünf auch einen Text lesen, den Stefanie Krüger von der Stadtbücherei ausgesucht hatte. Durch die Anglizismen und Fremdworte aber kämpften sich alle durch. "Manche Worte kannte ich nicht", sagte Pauline, die meist vor dem Einschlafen lese. Sie wird Hilden beim Kreisentscheid in Mettmann vertreten. Und dort vielleicht verraten, was es mit dem Glas und der ominösen "ROSE" auf sich hat.

Quelle: RP
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