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Auf Ein Wort Ole Hergarten
Smoothies taugen nicht zu Wundern

Hilden. Smoothies, ein Mix aus allem möglichen Obst, aber auch Salaten und Gemüsesorten sollen ja wahre Wunder vollbringen. Im Freundeskreis habe ich das letztens gehört. Kopfschmerzen seien über Nacht verschwunden und die Verdauungsbeschwerden wie weggeblasen.

Alle Jahre wieder gibt es irgendwelche Wundermittel, die angeblich alles in Ordnung bringen. Seien es spezielle Blütentropfen, seien es bestimmte Körperbewegungen oder besondere Spurenelemente, geheimnisvoll lösen Sie unsere Probleme. Der Wunderglaube scheint diesbezüglich keine Grenzen zu kennen. Dabei sind die Wunder doch in unserer wissenschaftlichen Welt angeblich abgeschafft. Wundergeschichten der Bibel werden oft belächelt. Sie gelten als alt und verstaubt und werden einem altertümlichen Weltbild zugerechnet. Für mich geschehen Wunder jeden Tag. Es sind allerdings keine übersinnlichen Geheimnisse, sondern alltägliche Zeichen, wie wunderbar das Leben ist. Das beste Erkennungsmerkmal eines Wunders ist das Staunen und die Freude. Ich staune über die erwachende Natur, freue mich über die Kinder, die quietschvergnügt durch den Garten rennen und wundere mich über den dankbaren Händedruck bei einem Besuch im Altersheim. Erkennen kann ich diese alltäglichen Wunder aber nur, wenn ich den Blickwinkel ändere. Wenn ich es schaffe, mitten im Alltäglichen das Außergewöhnliche zu erkennen. Wenn ich mir selber das kindliche Staunen zutraue und wenn ich lerne, mich an den kleinen Dingen zu erfreuen. So werden übrigens auch viele Wunder der Bibel beschrieben.

Dann darf auch ein grüner Gemüsebrei, veredelt durch den Namen Smoothie, ruhig mal Verdauungsbeschwerden auf wundersame Weise beheben.

Quelle: RP
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