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Hilden
So fördert das Helmholtz Talente

Hilden: So fördert das Helmholtz Talente
Paula Braun(15) und Katja Stuhlträger (16) leiten eine Formel her. Alle Workshop-Teilnehmer haben Freude an Zahlen und machen gerne mit. FOTO: olaf staschik
Hilden. Mathematisch begabte Schüler jonglieren fünf Stunden konzentriert mit Formeln. Von Ilka Platzek

Günther Zepf, freiberuflicher Mathematiker im Rentenalter, weiß, wie man Mathe anschaulich macht und unterhaltsam aufbereitet. Er muss keinen Lehrplan abarbeiten, sondern hat die Zeit, Ausflüge in die Mathematikgeschichte zu veranstalten und "Histörchen" zu erzählen, wie er das nennt. Den Schülern gefällt's: Auch um 13.30 Uhr hören sie ihm noch gebannt zu und versuchen, Antworten auf die mathematischen Fragen zu finden, die er aufwirft. "Die Kunst, clever zu zählen" war eins der Themen des Matheworkshops; Zepf serviert den 15-Jährigen die so genannten Fibonacci-Zahlen und die Kunst des richtigen Zahlenzerlegens (Rekursion) mit so viel Begeisterung, dass alle Schüler konzentriert dabei sind.

Paula sagt hinterher, das sei "keine reguläre Mathe" gewesen und macht dem Mathematiker damit ein Kompliment. Katja findet Zepfs Unterricht "sehr interessant, mal was anderes". Gut erklärt habe der Mathematiker, bescheinigt ihm Andreas und Lukas erkennt messerscharf, womit er es bei diesem Workshop zu tun hat. "Das war eigentlich Universitätsniveau, aber für Schüler verständlich heruntergebrochen", sagt der Schüler.

Als die Jugendlichen den Klassenraum verlassen, verrät Günther Zepf, dass er ein spät Berufener ist. "Ich habe früher in der Industrie gearbeitet, bei Krupp, aber das hier, das ist mein Ding. Ich glaube an das Potenzial in den Schülern", sagt er. Und seine Art der Wissensvermittlung erklärt er so: "Man muss von etwas überzeugt sein, dann kann man alles verkaufen."

Vor 19 Jahren hat Güther Zepf das Technisch-Mathematische Schüler-Zentrum (TMSZ) Mettmann gegründet. Das ist im Prinzip er selbst in Personalunion. Begabte Schüler wollte er fördern, ihnen Mathematik vermitteln, die sie so in der Schule nie lernen: "Formeln, angedockt an Praktisches", um Motivation zu erzeugen und auch die weniger Motivierten mitzunehmen.

Zepf entschied sich gegen die Vereinsform, denn "da kann man auch ganz schnell aus dem Vorstand ausgeschlossen werden" und für ein Modell, bei dem Förderer seine oder die Dienste von freien Mitarbeitern zahlen. Sein bisher größter Coup: 2008, in Jahr der Mathematik, hat er in Düsseldorf mit zehn Schülern überlegt, wie sich Staus in Düsseldorf vermeiden lassen - mit den Mitteln der Mathematik. Die Ergebnisse des Workshops sind in einem städteinternen Ranking auf Platz 1 gelandet.

"Sämtliche Kosten werden von der LTG Mettmann GmbH getragen" heißt es in der Einladung, die ausgewählte begabte Schüler am Helmholtz-Gymnasium zuvor erhalten haben. Markus Krah, der Firmeninhaber, sei "mathematisch vernarrt" und ein Fan von Zepfs Art der Wissensvermittlung. Zepf gibt nicht nur Workshops an Schulen, sondern auch in der Volkshochschule Düsseldorf: "Da kommen dann samstagsmorgens Schüler durchaus auch von weiter her, um sich am Wochenende mit mathematischen Problemen und deren Lösung zu befassen", sagt der Dozent. Auch die Hildener Schüler weist er auf den VHS-Kursus hin: "6 mal 6 Stunden, samstags", lockt er. Einige haben bereits Interesse signalisiert.

Quelle: RP
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