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Hilden
So schützen sich Senioren am besten vor Betrügern

Hilden. Mettmann (von) Tatort Telefon. Ein mutmaßlicher Mitarbeiter der Stadtwerke fragt nach Bankverbindung und der Geheimnummer (PIN), um eine angeblich offene Rechnung schnell und einfach zu begleichen. Wer hier gutgläubig ist, ist rasch viel Geld los. Allerdings ist diese Methode nur eine Variante von Trickbetrügern. Am bekanntesten ist wohl der so genannte Enkeltrick. Und weil es vor allem Senioren sind, die auf diese Art oft um viel Geld gebracht werden, hatte nun die Verbraucher-Initiative (VI) zum Themenforum "Ihr gutes Recht: So schützen Sie sich vor Abzocke im Alltag" eingeladen.

Die Initiative informierte über gängige Methoden und aktuelle Varianten der Trickbetrüger in zahlreichen Einzelbeiträgen von Fachleuten aus Verbraucherschutz und Polizei. Ob angeblich supergünstige Angebote bei der Kaffeefahrt, lukrative Offerten an der Haustür oder SOS-Anrufe: "Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit", formulierte Lutz Hohaus eine wesentliche Maxime, "sondern der beste Schutz."

Hohaus ist Kriminalbeamter und gab Tipps aus der Praxis. "Wer sich nicht erinnert, an einem Preisausschreiben teilgenommen zu haben, hat sicher nicht den Hauptpreis gewonnen." Bei solchen angeblichen Geldsegen sollte grundsätzlich nicht das Herz vor Freude hüpfen, sondern der Verstand auf "Alarm" schalten. Damit das oft geschieht, sei es wichtig, gut informiert zu sein. "Bei angeblich tollen Angeboten am Telefon sage ich immer, die sollen mir das schriftlich zuschicken", sagte Wiltraut Brand. Post komme dann nur selten. Auch Marianne Schmitt ist vorsichtig. "Ich mache mich immer wieder schlau." Zusammen mit einer Freundin besuchte die 67-Jährige eine der Veranstaltungen, die die Initiative im ganzen Kreis Mettmann anbot. "Was man alles im Bekanntenkreis hört, wer auf was reingefallen ist, das ist unglaublich."

Grundsätzlich sollte niemand in die Wohnung gelassen werden, der unbekannt ist. Hellhörig werden sollten Betroffene immer bei Formulierungen wie "kann ich mal eben" oder "das dauert auch nur einen Moment". Gibt sich jemand als Mitarbeiter der Stadtwerke aus, der zwar unangemeldet, aber "bloß rasch etwas nachgucken muss", reicht der kurze Anruf beim Unternehmen, um die Identität des angeblichen Mitarbeiters zu überprüfen. "Auch ein Polizist wird sich jederzeit mit Dienstmarke und Karte ausweisen", sagt Lutz Hohaus. Denn selbst als falsche Polizisten machen manche Abzocker fette Beute. "Senioren sind in der Tatsituation häufig vollkommen überfordert", weiß der Kripobeamte.

Auch im Internet ist Vorsicht geboten. "Sagen mir Name und Betreff einer E-Mail nichts, sollte sie gelöscht werden", lautet der Rat von Hohaus. Ehe in eine Abofalle getappt wird, "immer gut die Nutzerbedingungen lesen". Und nicht auf "okay" drücken im Sinne von "das wird schon alles seine Richtigkeit haben", sondern auch das Kleingedruckte lesen.

Quelle: RP
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