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Hilden
So wird in Monheim Bier gebraut

Hilden: So wird in Monheim Bier gebraut
Noch ist die Maische trüb. Im Läuterbottich werden feste und flüssige Bestandteile voneinander getrennt. "Hopfen und Malz - Gott erhalt´s!" lautet ein bekannter Spruch. Das sind neben Wasser die Grundstoffe für ein gelungenes Bier. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Hilden. In der Biermanufactur fließt seit November hausgemachtes Bier aus dem Zapfhahn. Bis es allerdings so weit war, hatte Dieter Ritter viel zu tun. Das Brauen, sagt er, sei eine Wissenschaft für sich. Von Dorian Audersch

Immer wieder muss Dieter Ritter an Ventilen und Hebeln drehen. Mal tritt zischend eine heiße und stark nach Malz riechende Flüssigkeit aus und fließt ab, oder es müssen bestimmte Anzeigen abgelesen und gewisse Stellschrauben nachjustiert werden. "Die Vorstellung, dass man einfach Hopfen, Malz, Zucker und Wasser mischt und dabei Bier entsteht, ist falsch", betont der Mitbetreiber der Monheimer Biermanufactur. Derzeit bereitet er sich intensiv auf die heiße Phase im Karneval vor - einer traditionell bierseligen Zeit.

FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)

Bis der Gerstensaft aus den Zapfhähnen strömen kann, ist es allerdings ein weiter Weg. Im wesentlichen besteht der Brauprozess aus drei wichtigen Schritten, bei denen nichts schief gehen darf. Acht bis neun Stunden dauert ein Brauvorgang. In einem Durchlauf kann Ritter rund 500 Liter echtes Monheimer Bier herstellen - nach eigenem Rezept, versteht sich.

Einmaischen Das ist der erste Schritt. Dabei wird Malzschrot mit Wasser zur so genannten Maische vermischt und danach im Kessel auf verschiedene Temperaturen bis 75 Grad Celsius erhitzt. "Ziel ist, die Stärke des Getreides in Malzzucker umzuwandeln", erklärt Ritter. "In dieser Phase gehen die für das Brauen wichtigen Stoffe des Malzes in die Lösung über."

Das sei wiederum für die spätere Gärung entscheidend. Wichtig ist hierbei, die exakten Temperaturen einzuhalten, damit der Malzzucker-Anteil hoch genug ist. "Ist das nicht der Fall, hat die Hefe später nicht genug Nahrung für eine ordentliche Gärung", erklärt der Brauer.

Läutern Es folgt danach. Dabei werden die festen Bestandteile der Maische von der Flüssigkeit getrennt. Fachleute sprechen hierbei vom "Treber". Dabei handelt es sich vor allem um die Hüllen der Getreidekörner. Das Nebenprodukt des Brauvorgangs kann zum Beispiel als nährstoffreiches Tierfutter dienen. Die dabei gewonnene Flüssigkeit heißt schlicht "Würze". "Darin sind alle löslichen Teile des Malzkornes enthalten", so Ritter.

Kochen Das ist der nächste wichtige Schritt. Dabei wird der gewonnenen Würze Hopfen hinzugefügt. Dabei kommt es vor allem auf die Dosierung an. Je mehr Hopfen der Brauer zugibt, desto herber wird später das Bier. Je nach Biertyp werden Aroma- oder Bitterhopfen eingesetzt. Im Moment braut Ritter vor allem Altbier und "Helles", was eine Art Kölsch-Äquivalent ist. Aufgrund des geografischen Markenschutzes darf aber nur in Köln gebrautes Kölsch auch diesen Namen tragen.

Nach dem Kochen, das nebenbei auch sterilisierend wirkt, werden im so genannten "Whirlpool" verbliebene Trübstoffe aus der Lösung entfernt - durch Rotation der Flüssigkeit. Dann wird die Würze heruntergekühlt und Hefe hinzugegeben.

Gärung Sie beginnt danach und bringt Kohlensäure sowie Alkohol ins Bier. In den Tanks, die im Keller der Biermanufaktur untergebracht sind, arbeitet die Hefe, bevor sie abgezogen wird und das "Jungbier" fertig ist. Bei obergärigen Bieren, sagt Ritter, dauere das Reifen etwa drei bis vier Wochen.

"Im Gärtank rundet sich der Geschmack des Bieres ab, der Restzucker wird abgebaut und unerwünschte Aromastoffe ausgetrieben." Außerdem klart das Bier auf, weil sich Hefe und Eiweißflocken absetzen - und die Kohlensäure wird gebunden. "Erst dann kann es gezapft und ausgeschenkt werden."

Quelle: RP
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