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Hilden
Sozialwohnungen sind Anfang Juli fertig

Hilden: Sozialwohnungen sind Anfang Juli fertig
Andre von Kielpinski-Manteuffel vor dem Neubau an der Ecke Kirchhofstraße/Am Feuerwehrhaus. FOTO: Staschik
Hilden. Der schicke Neubau Am Feuerwehrhaus 2 ist für WGH-Geschäftsführer Manteuffel ein Vorzeige-Projekt. Von Christoph Schmidt

"Sozialwohnungen sollen das sein?" Viele Hildener wollen das nicht glauben, wenn sie den schicken Neubau an der Ecke Am Feuerwehrhaus/Kirchhofstraße sehen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH lässt dort sieben öffentliche geförderte Wohnungen errichten. "Anfang Juli ziehen die ersten Mieter ein", berichtet Geschäftsführer Andre von Kielpinski-Manteuffel: "Alle Wohnungen sind bereits vergeben. Die Stadt hat das Belegungsrecht. Die Außenanlagen werden Mitte August fertig." Eine Firma hatte die Fenster nicht geliefert. Deshalb musste der Auftrag neu vergeben werden. Das hat die Fertigstellung um einige Monate verzögert. Die Baukosten ohne Grundstücke liegen bei rund 3000 Euro pro Quadratmeter. Die Stadt hatte das Grundstück kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Kaltmiete beträgt anfangs 5,75 Euro.

"Viele Nachbarn haben Angst vor sozialem Wohnungsbau", weiß Manteuffel. Der von den beiden Hildener Architekten Thomas Pagel und Marcus Henn entworfene Neubau zeige, dass dies nicht berechtigt sei. Auf der anderen Straßenseite (Kirchhofstraße 28) plant die WGH ein Mehrfamilienhaus mit acht barrierefreien Sozialwohnungen für Familien mit Kindern. Doch es gibt Ärger. Einer von drei Nachbarn stellt sich quer und droht mit einer Klage. "In Kürze wird der Aufsichtsrat entscheiden, wie es weitergeht", sagt Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Scholz. Auch andernorts gibt es Widerstände. Am Bruchhauser Kamp soll ein Spielplatz aufgegeben und mit bis zu sechs Sozialwohnungen bebaut werden. Dagegen haben knapp 400 Bürger mit ihrer Unterschrift protestiert. Nur etwa 95 wohnen in einem Umkreis von 200 Metern um den Spielplatz, stellt die Stadtverwaltung fest. In diesem Umkreis leben laut Meldeamt 30 Kinder von 0 bis 5 Jahre und 26 Kinder zwischen 6- und 9 Jahre. Keine 100 Meter weiter gibt es einen Spielplatz, der für kleine Kinder hergerichtet werden soll. Die Politik hat versprochen, das Für und Wider im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens abzuwägen.

An der Hochdahler Straße 233 (gegenüber der Einmündung "An der Bibelskirch") soll die WGH ein Mehrfamilienhaus (wie in der Umgebung) mit rund zehn Wohnungen errichten. "Wir sind bei der Planung des Gebäudes", sagt Manteuffel: "Die Baugenehmigung soll noch in diesem Jahr eingereicht werden." Er rechnet mit einer Bauzeit von 16 Monaten. Das bedeutet: Fertigstellung voraussichtlich in 2018.

Manteuffel ist nicht nur Geschäftsführer der WGH, sondern auch der Grundstücksgesellschaft der Stadtwerke Hilden und der Infrastrukturentwicklungsgesellschaft Hilden. Alle drei städtischen Gesellschaften sind rechtlich eigenständig und sollen es auch bleiben. Zum 1. Januar hat Andre von Kielpinski-Manteuffel die Leitung übernommen. Der Diplom-Architekt und Immobilienökonom setzte sich im Auswahlverfahren gegen 50 Mitbewerber durch. Er betreut städtische Immobilien im Wert von rund 50 Millionen Euro, darunter die Polizeiwache (Scholz: "Die einzige Wache in NRW, die termingerecht und im Kostenrahmen fertig wurde"), den Bahnhof, das alte Helmholtz oder die Feuerwache. "Wir haben nach jemandem gesucht, der alles kann", erläutert Rainer Schlottmann, Aufsichtsrat der WGH und der Infrastrukturgesellschaft: "Gewerbeimmobilien, Wohnungen und Projektentwicklung." Alle drei Gesellschaften sind nach dem ersten Eindruck Manteuffels "gesund": "Wir müssen aber mehr in die Instandhaltung investieren." Das ist mit aktuell nur zwei Mitarbeitern nicht zu schaffen. "Herr Manteuffel hat ein überzeugendes Personalkonzept vorgestellt", sagt Schlottmann: "Zwei der drei Aufsichtsräte haben ihm bereits zugestimmt."

Quelle: RP
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