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Hilden
Sport Voss auf der Schulstraße schließt

Hilden. Fünf Jahre hat Helmut Voss sein Geschäft betrieben, jetzt gibt er auf: Der "totale Räumungsverkauf" endet am 31. März. Von Ilka Platzek

Ladeninhaber Helmut Voss muss nicht lange darüber nachdenken, woran es gelegen hat, dass sein Geschäft zuletzt nicht lief: "Es ist die 'Geiz-ist-geil-Mentalität', die er bei seinen Kunden ausgemacht hat: "Bei mir kostet eine Jacke 100 Euro, woanders bekommt der Kunde eine für 35 Euro. Es ist zwar nicht dieselbe, aber das stört den nicht."

Zweiter Punkt: Die Konkurrenz aus dem Internet: "Bei mir wird anprobiert, die Kunden sagen dann, ich überleg's mir noch und kaufen schließlich im Netz", ärgert sich der Geschäftsmann. Fünf Jahre hat Voss versucht, sein Sportgeschäft auf der Schulstraße zu etablieren. Wirklich gut sei es nie gelaufen, aber das ganze letzte Jahr sei so schlecht gewesen, dass er jetzt die Reißleine zieht: "Am 31. März ist Schluss." Seine Beobachtung: Besucher der Hildener Einkaufsmeile würden die Schulstraße links liegen lassen. "Die haben schon Saturn und das Itterkarrée im Blick und laufen an uns vorbei." Er hadert mit der Stadt Hilden, die nichts dagegen mache: "Wir Händler von der Schulstraße wünschen uns Wegweiser von der Mittelstraße hin zu uns und wir wollten die Schilder auch bezahlen, aber das Stadtmarketing hat abgelehnt." Den anderen Händlern auf der Schulstraße gehe es ähnlich schlecht wie ihm, glaubt er: "Uns erhöhen die nur die Mieten für die Stellflächen, statt etwas für die Randlagen zu tun, und einfach mal keine Gebühren dafür zu erheben", klagt er. Sei Geschäft habe auch daran gekrankt, dass die Schulstraße lange Baustelle war, dass die Stadt Baumaterialien auf ihr gelagert habe und dass Händler von Sonderveranstaltungen die Straße als Parkplatz missbraucht hätten.

Volker Hillebrand vom Stadtmarketing will die Kritik so nicht stehen lassen: Im Rahmen des Einzelhandelskonzepts bekomme demnächst die Heiligenstraße ein Leuchttransparent, das mehr Kunden anlocken soll. Die Schulstraße sei später dran. Dass auf der Schulstraße weniger Laufkundschaft unterwegs sei, als auf der Mittelstraße, wüssten kluge Händler, bevor sie einen Mietvertrag abschließen: "Sie zahlen in der Randlage ja auch deutlich weniger Miete", so Hillebrand. Er bedauert, dass Voss aufgibt.

Die Nachbarn Schürg (Haushaltswaren) und Intersport Borgmann teilen die Kritik ihres Mitbewerbers nicht. Ja, einiges könne besser sein beim Stadtmarketing, aber unterm Strich reagiere die Stadt prompt, wenn sie sich beschweren: "Innerhalb kürzester Zeit waren die Baumaterialien weg und zwei Tage nach meinem Anruf wurden die Bäume auf der Straße beschnitten", lobt Anja Schürg. Und Marc Schmittlein von Intersport sagt, auch mit Internet-Schnäppchenjägern könne man zurecht kommen: "Ich komme denen preislich entgegen oder gebe einfach Socken zum Sportschuh dazu. In Hilden honorieren die Käufer das." Schürgs stimmen ihm zu.

Quelle: RP
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