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Kreis Mettmann
Sprengungen: Volksbank will Automaten nachts absperren

Duisburg: Geldautomat in Hamborn gesprengt
Duisburg: Geldautomat in Hamborn gesprengt FOTO: Rene Anhuth/ ANC-NEWS
Kreis Mettmann. Immer häufiger werden in NRW Geldautomaten gesprengt. Die Täter gehen fast immer nach demselben Muster vor. Sie sprengen die Automaten und verschwinden in dunklen Autos schnell über die Grenze. Oft hinterlassen sie neben dem geplünderten Automaten enorme Sachschäden. Sie summieren sich laut Landeskriminalamt (LKA) auf mehrere Millionen Euro.

Die Volksbank Rhein-Ruhr plant nach den jüngsten Vorfällen, ihre Standorte mit Geldautomaten zwischen 24 Uhr und 6 Uhr zu schließen. Betroffen sind 17 Geschäftsstellen sowie zwölf Selbstbedienungscenter. Das ist reine Vorsorge: Bisher blieb die Genossenschaftsbank von Automatensprengungen verschont.

Das LKA arbeitet wegen der Serien-Sprengungen bereits eng mit den Banken und den Herstellern der Geldausgabeautomaten zusammen. "Vom Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken, aber auch von Versicherungen haben wir Empfehlungen erhalten, wie wir unsere Kunden und Automaten besser schützen", erklärte jetzt der Sprecher des Vorstandes, Thomas Diederichs. Eine dieser Maßnahmen ist die Nachtschließung der Zugänge zu Geldautomaten.

Fotos: Geldautomaten-Sprengungen in der Region – Chronik FOTO: Daniel Bothe

Präventionsmöglichkeiten würden im Rahmen der Ermittlungsgruppe entwickelt, erklärt LKA-Chef Uwe Jacob. Ziel der Maßnahme sei es, technische Sicherungsmaßnahmen zum Schutz von Geldautomaten weiter zu optimieren und einzusetzen. Doch viele Banken leisten den Anregungen des LKA offenbar nicht Folge. So verzichten die meisten Geldinstitute nach Recherchen unserer Redaktion bislang auf die von der Polizei empfohlene Nachrüstung ihrer Geldautomaten mit so genannten Farbbomben.

Diese würden bei einer Sprengung die Geldscheine markieren und für die Täter unbrauchbar machen. Ein Insider erklärt den Grund für den Verzicht: "Das macht aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten keinen Sinn für die Banken. Die Nachrüstung kann pro Automat bis zu 10.000 Euro und mehr kosten. Für 20.000 Euro bekäme man aber einen neuen Geldautomaten hingestellt."

Kevelaer: Geldautomat in Sparkasse gesprengt FOTO: Schulmann

Der Preis einer Farbpatrone liege bei etwa 2000 Euro. Man benötige für jeden Automaten mindestens fünf davon, für jedes Geldscheinfach eines. Die Bestückung mit Farbpatronen hätte auch zur Folge, dass in den Geräten weniger Platz für Geld wäre und diese häufiger nachbefüllt werden müssten.

(RP/kle)
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