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Hilden
St. Jacobus erlebt viel Abschied und Neubeginn

Hilden: St. Jacobus erlebt viel Abschied und Neubeginn
Das "Ma(h)l am Abend" auf der Mittelstraße bot Gelegenheit, den neuen Kaplan Stefan Mergler (Mitte) kennenzulernen. FOTO: Ralph Matzerath
Hilden. Kaplan Stefan Mergler nimmt den Brotkorb und reicht ihn in die Runde. Soeben hat er, "der Neue", den Gottesdienst in St. Jacobus geleitet. Nun heißt es - in der Gemeinde ankommen. Zuhören. Menschen kennenlernen. Von Dirk Neubauer

Da trifft es sich gut, dass der Pfarrgemeinderat zum vierten Mal in Folge zum "Ma(h)l am Abend" bittet. Mehr als 200 Menschen - Kirchgänger und Spaziergänger bunt gemischt - sitzen an diesem Samstagabend zusammen auf der Mittelstraße. "Wer miteinander isst und trinkt, kann nicht streiten", sagt der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Peter Groß, zur Begrüßung. Dann müssen immer wieder Tische und Bänke angebaut werden. Die lange Tafel von St. Jacobus wächst so Stück für Stück auf mehr als die doppelte Länge. "Meine Ausbildungspfarrei war Köln-Lindenthal", verrät Kaplan Mergler, der auf Klaus Heep folgt.

Jetzt macht er in Hilden mit seinen rund 20 000 Katholiken den nächsten Schritt. Darauf freue er sich sehr. Kurz zuvor hatte er in seiner Predigt vor dem Stehenbleiben gewarnt. Und die Zuhörer in den Bänken von St. Jacobus dazu ermuntert, nach vorn zu schauen. Viele haben dies als Fingerzeig für die Gemeinde verstanden. Pastor Ulrich Hennes wechselt nach Düsseldorf, Pfarrer Franz Maria Wehrhahn tut künftig an St. Gertrud in Düsseldorf-Eller Dienst, Pater Tijo hat die Gemeinde bereits verlassen. "Momentan häufen sich bei uns die Abschieds- und Willkommensfeiern", sagt Groß vom Pfarrgemeinderat. Bringt das Unruhe in die Gemeinde? Da überlegt Groß keine Sekunde lang: "Wir nehmen es so, wie es uns aufgegeben wird. Alles andere wäre töricht."

Im Hintergrund wächst das neue Pfarrgemeindezentrum, Stein für Stein. Mitte nächsten Jahres soll es zum neuen Mittelpunkt von St. Jacobus, aber auch der katholischen Gesamtgemeinde Hildens werden. Derzeit ist das Gemeindeleben auf Behelfsquartiere verteilt- das Pfarrbüro residiert in Sichtweite der Kirche in einem Wohnhaus, das Nachbarschaftszentrum tut seine Arbeit eine Ecke weiter. Dies alles wieder an einem Ort zusammenführen und mit neuen Impulsen voranzubringen, wird eine der wichtigsten Aufgaben des neu formierten Pastoralteams sein.

Als Pfarrer Monsignore Hennes wenig später zu der mittlerweile stattlichen Runde stößt, ist das ein weiterer, emotionaler Moment. Neun Jahre lang hat er den Wandel der katholischen Kirche in Hilden organisiert, die drei eigenständigen Gemeinden innerhalb der Stadt zu einer fusioniert. Und die "Flüchtlingshilfe" mit organisiert. Doch nun fangen neue Kapitel an - und auch das ist ein Zeichen, das von "Ma(h)l am Abend" ausgeht: Man geht mit gegenseitigem Respekt und besten Wünschen auseinander - und will sich den Abschied nicht noch schwerer machen als er ohnehin ist.

Quelle: RP
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