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Rp-Serie Weltkulturerbe Orgel (2)
St. Konrad bekommt eine neue Orgel

Rp-Serie Weltkulturerbe Orgel (2): St. Konrad bekommt eine neue Orgel
Carlos Reigadas mit einer Orgelpfeife. Er ist als Kantor und hauptamtlich verantwortlicher Kirchenmusiker neben der Orgelmusik und Chorleitung auch für die Instrumentenpflege verantwortlich. FOTO: Olaf Staschik
Mettmann. Die katholische Gemeinde Hilden hat das Instrument gebraucht von St. Monika in Köln-Bilderstöckchen erworben. Von Christoph Schmidt

kreis mettmann 50 Jahre lang erklang die Orgel der Gebrüder Krell (Orgelbau Duderstadt) in der St.-Konrad-Kirche. Jetzt bekommt das Gotteshaus ein neues Instrument. "Viele Einzelteile waren defekt", erklärt Seelsorgebereichsmusiker Carlos Reigadas: "Die Mechanik funktionierte nicht mehr zuverlässig. Zudem hätte der Spieltisch erneuert werden müssen. Auch die nötige Reinigung wäre sehr teuer gekommen." Kurzum: Ein neues Instrument sei wirtschaftlicher als die Reparatur des alten.

Deshalb wurde die alte Orgel bereits abgebaut und nach Barcelona (Spanien) verkauft. "Daraus kann man immer noch etwas machen", weiß der Kirchenmusiker. Die neue Orgel für St. Konrad ist schon da, muss aber noch zusammengebaut werden. Und das dauert bei rund 900 Pfeifen und hunderten von Einzelteilen. Die Montage der Orgel beginnt am 22. Januar und soll bis Ostern abgeschlossen sein. Weihnachten mussten sich die Gottesdienstbesucher mit einem Keyboard als Orgel-Ersatz begnügen.

Auch die neue Orgel ist ein gebrauchtes Instrument. Erbaut wurde es von der Firma Hugo Mayer aus Heusweiler im Saarland, Orgelbauer in dritter Generation und spezialisiert auf Instrumente mit mechanischer Traktur. Die Orgel stand früher in St. Monika in Köln-Bilderstöckchen. Die Kirche wurde aufgegeben und abgerissen. Die Hildener Gemeinde konnte das Instrument für 53.000 Euro erstehen. "Das war ein Tipp des Orgelsachverständigen Eckhard Isenberg", bedankt sich Carlos Reigadas: "Ein glücklicher Zufall. " Das Problem sei, nicht irgendeine, sondern eine passende Orgel zu finden, und dann auch noch zu einem günstigen Preis: "Danach haben wir jetzt fast fünf Jahre gesucht."

"Das ist eine fast neuwertige Orgel von 1993 in einem Top-Zustand", meint Isenberg. Da hätten die Hildener bestimmt nichts falsch gemacht. Mit Ab- und Aufbau, Transport und neuer Stimmung wird die Orgel für St. Konrad rund 120.000 Euro kosten. Es gibt Zuschüsse vom Bistum. Aber ohne eine "großzügige Spende" von einem Gemeindemitglied hätte die Pfarre das Projekt gar nicht angehen können. Die Gemeinde muss dazu noch einen Eigenteil von 25.000 Euro aufbringen. Er soll über Spenden aufgebracht werden. Sponsoren können eine "Pfeifenpatenschaft" übernehmen. Ihr Name wird dann in einem Buch in der Orgel eingeschrieben. Der Kirchenmusiker verspricht auf jeden Fall ein "neues Klangerlebnis" in St. Konrad: "Die neue Orgel hat zwar weniger Register (nur noch 17 statt vorher 23), dafür aber mehr Klangfarben." Der Kirchenmusiker (45) arbeitet jetzt seit 13 Jahren im Seelsorgebereich Hilden - und durfte auch schon für St. Marien eine neue gebrauchte Orgel beschaffen.

Wegen der Schließung einer ihrer Kirchen bot die Kirchengemeinde St. Nikolaus in Bremerhaven eine Orgel an. St. Marien griff zu und kaufte das Instrument. Die Fachfirma Seifert aus Kevelaer installierte noch zwei weitere Register. Damit wurde der Klang des Instruments in der großen St.-Marien-Kirche noch tragfähiger.

Die alte Orgel wurde übrigens nach Polen verkauft. Sie steht heute in der Schwesternkapelle einer Ordensgemeinschaft in der Nähe von Krakau. Form und Klang der Orgel faszinierten Carlos Reigadas schon als Kind: "Ich wollte unbedingt auch einmal auf diesem Instrument spielen."

Quelle: RP
 
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