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Hilden
Stadt: Elektro-Mobilität ist ausgereizt

Hilden: Stadt: Elektro-Mobilität ist ausgereizt
Die Stadtwerke betreiben vier Elektro-Tankstellen in Hilden. Im Bild Stadtwerke-Chef Hans-Ullrich Schneider (r.) mit Vertriebsleiter Oliver Schläbitz FOTO: ola
Hilden. Mehr Förderung ist aktuell nicht möglich, so die Verwaltung. Antrag der Grünen wird in einem Jahr erneut beraten. Von Christoph Schmidt

Bürgermeisterin Birgit Alkenings fährt mit dem Fahrrad zu Terminen - oder nutzt ein Elektro-Auto. Das können nicht viele Bürgermeister von sich sagen. Der E-Golf ist für zwei Jahre geleast und steht auch anderen berechtigten Rathaus-Mitarbeitern zur Verfügung. Verwaltungsmitarbeiter legen meist nur kurze Strecken innerhalb der Stadt zurück, erläutert Alkenings. Da reichten 145 Kilometer Reichweite gut aus. Ein Elektro-Auto sei leise und umweltfreundlich: "Wir wollen praktisch ausprobieren, wie Elektro-Mobilität im Alltag funktioniert."

Elektro-Autos reduzieren Lärm und Abgase in der Stadt. Deshalb soll die Kommune die Elektromobilität fördern und für die nötige Infrastruktur sorgen, beantragte Klaus-Dieter Bartel für die Grünen. "Aus Sicht der Verwaltung sind die Spielräume der Stadt Hilden momentan ausgeschöpft", zeigte ihm die Bürgermeisterin auf. Bartel zog zurück und will seinen Antrag in zwölf Monaten erneut vorlegen.

In Hilden gibt es aktuell mindestens sechs Elektrotankstellen für Autos, E-Roller und Elektro-Fahrräder. Vier davon betreiben die Stadtwerke Hilden, eine die Bäckerei Schüren am Mühlenbachweg sowie eine der Discounter Aldi-Süd an der Richrather Straße 126. Die Stadtwerke fördern die Anschaffung von Elektro-Fahrzeugen. Die Möglichkeiten der Kommune, E-Mobilität direkt zu fördern, seien begrenzt, erläutert Baudezernentin Rita Hoff.

Elektrofahrzeuge würden meist zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen. Das Aufstellen weiterer Ladestationen sei davon abhängig, wie schnell die Akkus aufgeladen werden könnten. Der angebotene Strom müsse irgendwann bezahlt werden. Die Bezahlsysteme seien aber noch sehr unterschiedlich. Immerhin gebe es seit März 2016 einheitliche Stecker für öffentlich zugängliche Ladestationen. Einzelne Ladestationen könnten im öffentlichen Straßenraum oder auf Privatgrundstücken ohne baurechtliche Probleme errichtet werden. Bei der "Ballung" mehrerer Ladestationen müsse planungsrechtlich jedoch von einer "Tankstelle" gesprochen werden, erläuterte Hoff. Diese könne nicht überall untergebracht werden. Weil noch viele Frage offen seien, könne die Stadt keine wesentlichen Entscheidungen treffen, meinte Carsten Wannhof: "Die SPD befürwortet das Anliegen, nur nicht zum aktuellen Zeitpunkt." Das unterstrich auch die Baudezernentin: "Es ist zu früh, da grundlegende Aspekte noch nicht geklärt sind." Für die FDP ist die Förderung der Elektro-Mobilität nicht Aufgabe einer Kommune, sagte Yannik Hoppe. Auch andere Energieträger würden noch erforscht, gab Markus Hanten (Bürgeraktion) zu bedenken. Die Kosten für die passende Infrastruktur sollten jedoch die Energiekonzerne tragen. Die Verwaltung hat zugesagt, den zurückgezogenen Antrag der Grünen Anfang 2018 wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

Quelle: RP
 
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