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Hilden
Stadt hat neue Ideen gegen Straßenlärm

Hilden: Stadt hat neue Ideen gegen Straßenlärm
Die Klotzstraße ist ein "Hotspot". Dort leiden besonders viele Anwohner unter Verkehrslärm. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, dort Tempo 30 auszuweisen - zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Knapp 1400 Hildener sind krank machendem Verkehrslärm ausgesetzt. Tempo 30 in den Nachtstunden soll helfen. Von Christoph Schmidt

"Lärmaktionsplan" klingt gut. Bereits seit drei Jahren weiß die Stadt Hilden ganz genau, wer wo am stärksten unter gesundheitsgefährdendem Verkehrslärm leidet. Nur genützt hat es den knapp 1400 Betroffenen (nachts: Tags sind es knapp 1000) herzlich wenig. Denn alle Vorschläge, die die Stadt zum Schutz ihrer Bürger machte, wurden vom Land, Träger der Bundes- und Landstraßen abgelehnt.

Jetzt hat die Stadtverwaltung den Entwurf für Stufe 2 des vom Gesetzgeber geforderten Lärmaktionsplanes vorgelegt. Und ist dabei anders vorgegangen. Untersucht wurden diesmal auch Gemeindestraßen. Die Fachbüros haben "Hotspots" identifiziert. Das sind Bereiche, wo viele Anwohner auf engem Raum mit Straßenlärm über dem Auslösewert konfrontiert sind. Diese "Hotspots" liegen vor allem im Bereich Richrather-/Baustraße (L404), Klotzstraße (L404), Benrather Straße (B228), Eller Straße (L85), Gerresheimer-, Hochdahler-, Kirchhofstraße (L403) und Walder Straße (L85). "Wir haben uns auf das Wünschbare, sondern auf das tatsächlich Machbare konzentriert", erläutert Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger: "Wir können als Stadt ja nicht jede Straße umbauen." Und das sind die Vorschläge im Einzelnen:

Tempo 30 Die Verwaltung schlägt vor, das Tempo auf der L404 (Klotz-/Richrather Straße) zwischen Gressard-Platz und Baustraße sowie auf der L403 (Kirchhofstraße) zwischen Gabelung und Am Feuerwehrhaus von 50 auf 30 km/h zu reduzieren - von 22 Uhr bis 6 Uhr. Warum nur nachts? "Weil nachts mehr Menschen betroffen sind als tagsüber und der Landesbetrieb Straßen NRW das mittragen würde", erklärt Stuhlträger: "Tagsüber will der Landesbetrieb Tempo 30 dort nicht akzeptieren." Wird das Tempo reduziert, muss die Stadt nachweisen, dass die Straße auch dann noch in der Lage ist, den Verkehr zu bewältigen. "Bei 30 km/nur nachts ist das kein Problem", meint Stuhlträger: "Da macht auch die Rheinbahn mit. Deshalb geht das einfacher und schneller."

Busse Die Verwaltung empfiehlt den Einsatz lärmoptimierter Busse. "Alle modernen Busse sind lärmoptimiert", erklärt Stuhlträger. Die Rheinbahn lege Wert auf eine moderne Fahrzeugflotte - und komme dem Wunsch der Stadt damit entgegen.

Schallschutzfenster "In Bebauungsplänen schreibt die Stadt den Einbau von Schallschutz schon seit vielen Jahren vor, etwa beim Jacobushof an der Hochdahler Straße", erläutert der Planungsamtsleiter. Ansonsten könne man privaten Eigentümern den Einbau nur empfehlen. Günstige Darlehen gebe es nur, wenn das gesamte Gebäude energetisch saniert werde. Für lärmgeplagte Anwohner von Bundesstraßen gebe es ein eigenes Förderprogramm.

Flüsterasphalt Neue Splitmastix-asphalt-Deckschichten sind in der Lage, Verkehrslärm um zwei Dezibel gegenüber normalem (offenporigen) Asphalt zu verringern. "Das funktioniert aber erst ab einer konstanten Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern und schneller", erklärt Stuhlträger. Dann überdecke das Abrollgeräusch der Reifen den Motorenlärm. Deshalb könne man Flüsterasphalt allenfalls auf Durchgangsstraße einsetzen.

Der Stadtentwicklungsausschuss berät am kommenden Mittwoch, 25. November, ab 17 Uhr im Saal des Bürgerhauses 40 über die Vorschläge der Verwaltung. Stimmt auch der Rat im Dezember zu, soll der Entwurf im Januar oder Februar kommenden Jahres den Bürgern vorgestellt werden.

Quelle: RP
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