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Hilden
Stadt schafft mehr Plätze für Flüchtlinge

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen
Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen
Hilden. Der Sozialausschuss hat am Montag mit einstimmigem Beschluss die Weichen zur Erschließung weiterer Standorte für Flüchtlingsunterkünfte gestellt. Zwei Grundstücke sollen mit so genannten Modulbauten belegt werden. Von Alexandra Rüttgen

Um welche Grundstücke handelt es sich? Beide sind in städtischem Eigentum. Bei der Fläche am Schalbruch handelt es sich um einen Bolzplatz. Er wird von Freizeitkickern genutzt, Vereine sind nicht betroffen. "Der Spielplatz auf dem Gelände bleibt erhalten", betont Sozialdezernent Reinhard Gatzke. Spielplatz und Rodelhügel bleiben für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Gelände "Im Hock" hatte das Tierheim gepachtet, das die Fläche aber laut Gatzke nicht braucht. Der Pachtvertrag werde daher auf Wunsch des Tierheims aufgelöst.

Wie sollen die Grundstücke belegt werden? Die Stadt will darauf Container aufstellen, die auf beiden Flächen jeweils zwischen 150 und 190 Flüchtlingen Platz bieten. Ob die Stadt diese Container, wie auch für den Standort Breddert geplant, kauft oder anmietet, entscheide die Wirtschaftlichkeit.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Wann werden die Standorte belegt? Das steht noch nicht fest. "Wir haben Vorratsbeschlüsse gefasst, um die Verwaltung handlungsfähig zu erhalten", erläutert der Vorsitzende des Sozialausschusses, Hans-Werner Schneller (SPD). Beide Standorte dienen der Unterbringung registrierter und zugewiesener Flüchtlinge und Asylbewerber, sind also keine Notunterkünfte. Schneller weist außerdem darauf hin, dass die Stadt überlegt, ein dreigeschossiges Bürogebäude mit 2744 Quadratmetern Nutzfläche zur Unterbringung von 250 Flüchtlingen anzumieten. Der Inhaber bietet einen Mietvertrag zunächst für fünf Jahre an. "Das könnte eine mobile Wohnunterkunft überflüssig machen", sagt Schneller.

Wie viele Flüchtlinge betreut die Stadt Hilden aktuell? "Der Zustrom ist nach wie vor hoch", sagte Gatzke im Sozialausschuss. Allein zwischen dem 14. und 20. November gab es 43 Zuweisungen. Zurzeit sind über die Regelzuweisung 428 Frauen, Männer und Kinder nach Hilden gekommen. Weitere 490 Plätze stehen in den Notunterkünften bereit, die allerdings nicht vollständig belegt sind. Damit hält die Stadt Hilden aktuell 918 Plätze bereit.

Fotos: Traglufthalle für Flüchtlinge in Düsseldorf aufgebaut FOTO: dpa, fg jai

Wurde nicht erst kürzlich schon einmal über weitere Flüchtlingsunterkünfte entschieden? Ja, der am Montagabend gefasste Beschluss gehört verwaltungsintern bereits zum Maßnahmenpaket II. In einem Maßnahmenpaket I stimmte der Rat im September drei Standorten zu: Die Kommune hat das Haus "C" des ehemaligen evangelischen Internats auf dem Gelände des Evangelischen Schulzentrums Gerresheimer Straße angemietet und lässt es bis Anfang 2016 als Übergangsquartier für 75 Personen umbauen. In Nachbarschaft zum Parkplatz der Bezirkssportanlage, Am Breddert, werden Container für bis zu 180 Personen aufgestellt. Außerdem soll die städtische Unterkunft an der Richrather Straße erweitert werden. Wie die Stadtverwaltung am Montagabend mitteilte, bringe das Maßnahmenpaket I am Anfang kommenden Jahres indes lediglich "eine kurze Entlastung". Weitere Quartiere seien daher vonnöten.

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