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Hilden
Stadt schafft zusätzliche Kita-Plätze

Hilden. Der Rechtsanspruch wird zwar erfüllt, aber nur mit Überbelegung und Wartezeiten für Eltern bis zu sechs Monaten. Von Christoph Schmidt

Kinder zwischen 0 und sechs Jahren haben ein Anrecht auf einen Betreuungsplatz. Die Stadt Hilden kann diesen Rechtsanspruch im Kindergartenjahr 2018/19 erfüllen, versprach Dezernent Sönke Eichner im Jugendhilfeausschuss - bei über Dreijährigen allerdings nur mittels Überbelegungen (121) und Wartezeiten für Eltern von bis zu sechs Monaten. Bei einer Versorgungsquote von 98 Prozent fehlen 26 Ü3-Plätze. Für Kinder unter drei Jahren sind es noch weit mehr. Eichner rechnet mit rund 70 fehlenden Plätzen: "Dies zwingt die Verwaltung, weiter zu handeln. Aktuell werden die verschiedenen Möglichkeiten ausgelotet und untersucht. Vordringlich ist jedoch weiterhin die Versorgungslage der über dreijährigen Kinder."

Beschluss Die Awo-Kita Kolpingstraße nimmt zum 1. August eine Wander- und Erlebnisgruppe für Kinder über drei in Betrieb. Das haben alle Fraktionen auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen. "Das ist eine kurzfristige und kostengünstige Lösung", erläutert Ulrich Brakemeier, Leiter des Amts für Schule, Jugend und Sport: "So können 15 neue Plätze geschaffen werden." Sonst würden im Kita-Jahr 2018/19 rund 40 Plätze für diese Altersgruppe fehlen. Quartier der neuen Gruppe wird ein Bauwagen auf dem Gelände der Awo-Kita Kolpingstraße. Von dort aus erkunden die Mädchen und Jungen ihre Umgebung und die Innenstadt. "Der Ausflug wird zur Tagesordnung", erklärt Brakemeier das Konzept der "Kita ohne Türen und Wände". Die Awo erhält dafür einen Zuschuss von 54.000 Euro für die Anschaffung sowie für die Betriebskosten (8800 Euro für das Jahr 2018, dann 21.000 Euro pro Jahr). Auch die städtische Kita Pusteblume und die Kita Nordlichter richten nach diesem Konzept "Waldgruppen" ein.

Tagespflege Die Stadt kann rund 240 Plätze für Kinder von 0 bis drei Jahren (sowie auch für Drei- bis 14-Jährige am Abend und am Wochenende) anbieten. 72 Frauen und Männer sind als Tagespfleger für die Kommune tätig, berichtet Brakemeier: "Davon sind 15 aus den umliegenden Gemeinden, die jeweils nur ein Kind aus Hilden betreuen." Nur mit Hilfe der gut ausgebauten Tagespflege könne Hilden den Rechtsanspruch für Kinder unter drei Jahren erfüllen. Es sei aber weiterhin schwierig, neue Tageseltern zu gewinnen. Dieser Tage startet ein neuer Qualifizierungskursus. Vermutlich werden rund acht Bewerberinnen aus Hilden teilnehmen. "Grundsätzlich stagniert jedoch die Nachfrage", weiß der Amtsleiter. Häufig brächten die Bewerber nicht alle persönlichen Voraussetzungen für die Selbstständigkeit mit.

Finanzierung Die Betreuung der 0 bis Sechsjährigen in Hilden kostet im Kita-Jahr 2018/19 rund 15,3 Millionen Euro. Davon muss die Stadt etwa 5,4 Millionen Euro übernehmen. Die Einnahmen steigen zwar in diesem Jahr um 1,39 Millionen Euro, die Ausgaben allerdings auch, und zwar um 1,89 Millionen Euro.

Fazit Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Kinder unter drei Jahren in Hilden werden bereits betreut. Dieser Anteil wird weiter wachsen. Hinzu kommt: Die Stadt hat auf die Zuweisung von Flüchtlingen keinen Einfluss. Das erschwert die Planung, so der Dezernent. Aktuell (Stand: 25. Januar) leben 92 junge Flüchtlinge zwischen 0 und sechs Jahren in Hilden: 60 davon sind zwischen drei und sechs Jahren, 32 zwischen 0 und drei Jahren. Politik und Verwaltung werden sich mühen müssen, um die fehlenden Betreuungsplätze zu schaffen - und das auch noch möglichst wirtschaftlich.

Quelle: RP
 
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