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Hilden
Stadt spart bei ihren Schulgebäuden

Hilden: Stadt spart bei ihren Schulgebäuden
Hausmeister Karl-Heinz Wittrock und Elektriker Robin Großmann in der Sekundarschule. Künftig werden nur noch zwingend notwendige Reparaturen durchgeführt. FOTO: ola
Hilden. Die Unterhaltung und die Medienausstattung werden für die nächsten drei Jahre deutlich zurückgefahren. Von Christoph Schmidt

Das Portemonnaie ist leer und das Girokonto in den roten Zahlen. So kann man die Finanzlage der Stadt beschreiben. Kämmerer Heinrich Klausgrete fehlten im vergangenen Jahr 10,4 Millionen Euro und in diesem Jahr 11,8 Millionen Euro in der Kasse - ohne Grundsteuererhöhung. Selbst mit der vorgeschlagenen Steuererhöhung beträgt das Defizit immer noch 9,2 Millionen Euro. Dazu will die Stadt in diesem Jahr für 13 Millionen Euro neue Kredite aufnehmen.

Langsam werden die Folgen der dramatischen Finanzlage sichtbar. Die Stadt will in den nächsten drei Jahren Millionen bei der Schulgebäudeunterhaltung einsparen und nur noch das Allernötigste reparieren. Die Fortschreibung des Schulunterhaltungsprogramms mache derzeit keinen Sinn, erläuterte Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt im Schulausschuss. Weil aktuell schlicht kein Geld da ist, das man verplanen könnte. Und für die Jahre 2017 bis 2019 sehe es auch nicht besser aus.

Ein großer Teil des Schulgebäudeunterhaltungsprogramms existiere so nicht mehr, räumt Gebäudemanager Ralf Scheib auf Nachfrage von Norbert Schreier (CDU) ein: "Für den Zeitraum 2016 bis 2018 besteht eine Finanzierungslücke von 1,6 Millionen Euro. Maßnahmen sind zu einem erheblichen Teil über 2019 hinausgeschoben worden." Die Liegenschaften der Stadt seien in der Bilanz mit hohen Abschreibungswerten belegt, sorgen sich die Grünen. "Wir leben von der Substanz", sagt Marianne Münnich: "Wenn wir das so weitermachen, kommt das wie ein Bumerang auf uns zurück." Bei wichtigen Gebäuden finde ein Substanzverlust statt, meint Heimo Haupt (AfD): "Bildung wird vernachlässigt. Das ist nicht zu akzeptieren." Hilden habe seine Schulen nicht vernachlässigt, widerspricht Friedhelm Burchartz (Allianz) und verweist auf die Millionen-Investitionen in den vergangenen Jahren (siehe Info-Box). "Wir haben keine maroden Schulen", betont auch Christoph Bosbach (SPD): "Wir haben in den vergangenen Jahren viel investiert. Wir fahren ein hohes Niveau, das fahren wir jetzt herunter, weil wir das Geld nicht haben. Die Verwaltung handelt verantwortlich, wenn wir die Gebäudeunterhaltung auf das Notwendige beschränken." Die Verwaltungsspitze werde darauf achten, dass die Schulgebäudeunterhaltung nicht vernachlässigt werde, verspricht Schuldezernent Reinhard Gatzke, allein schon deshalb, weil Reparaturstaus zu erheblichen Mehrkosten führten: "Wir müssen mit Sorgfalt hinschauen und transparent handeln."

Gespart werden muss nicht nur bei der Gebäudeunterhaltung, sondern auch bei der Medienausstattung. Städtische Grundschulen erhalten in diesem Jahr keine Digitaltafeln, ab 2017 nur noch die Hälfte des einmal geplanten Umfangs. Der weitere Ausbau der WLAN-Ausstattung aller Schulen und der reguläre Austausch der IT-Systeme sind nicht betroffen. Von 2016 bis 2019 wird der Medienentwicklungsplan um rund 375.000 Euro gekürzt. Die Stadt will aber immer noch in den nächsten drei Jahren rund 830.000 Euro für Schul-IT investieren.

Quelle: RP
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