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Hilden
Stadt spart - jetzt auch bei den Vereinen

Hilden. Die ersten Sparvorschläge winkte der Hauptausschuss bereits durch. Weitere werden folgen. Von Alexandra Rüttgen

Gegen die Stimmen der Grünen hat der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Hilden jetzt Kürzungen der Vereinszuschüsse und ihre Befristung auf drei Jahre genehmigt. Diese Einsparungen sollen dazu beitragen, wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Wie Stadtkämmerer Heinrich Klausgrete ankündigte, werden in den kommenden Sitzungen weitere Vorschläge zur Kürzung von Vereinszuschüssen folgen.

Die Stadt hat ein Defizit von aktuell rund 9,9 Millionen Euro. Kämmerer Klausgrete hatte im April dieses Jahres eine Haushaltssperre verhängt. Das heißt, Hilden darf Geld nur noch für diejenigen Aufgaben ausgeben, zu denen sie rechtlich verpflichtet ist. Zu den so genannten freiwilligen Ausgaben einer Kommune gehören hingegen auch die Zuschüsse an Vereine. Dazu Klausgrete: "Wir müssen prüfen, wie wir mit den Zuschüssen an Verbände und Vereine umgehen."

Mit den ersten Vereinen wurde bereits gesprochen. Dazu gehört der Sauerländische Gebirgsverein (SGV), der seit mehr als 40 Jahren jährlich 205 Euro für die Beschilderung der Wanderwege erhält. Dieser Zuschuss soll um 50 Prozent auf 102,50 Euro gekürzt werden.

Die Zuwendung an den Bund für Umwelt- und Naturschutz Hilden, seit 20 Jahren gezahlt, wird um zehn Prozent von 1023 auf 920,70 Euro gekürzt. Der Zuschuss für die Vogelberingstation fällt weg, da diese aufgegeben wurde.

Der Zuschuss an den Stadtverband der Tierfreunde wird um zwölf Prozent von 1540 auf 1350 Euro gekürzt. Dem Verband gehören der Bienenzüchter-, der Kaninchenzüchter- und der Rassegeflügelzuchtverein an.

Doch auch den Karneval trifft es: Das Carnevals Comitee Hilden wird von der Stadt Hilden künftig nur noch mit 15.000 Euro unterstützt. Bislang waren es 16.600 Euro, getragen allerdings von der Sport- und Kulturstiftung der Stadt Hilden. Diese aber sieht sich zurzeit nicht mehr in der Lage, das Geld weiter zu zahlen - auf das Stiftungskapital gibt es aufgrund der Niedrigzinsphase kaum noch Erträge, die Stiftung muss ihre Aktivitäten daher deutlich zurückfahren. Deshalb springt nun die Stadt Hilden ein - allerdings mit einem reduzierten Betrag. Das CCH verwendet ihn, um den Rosenmontagszug und die Karnevalsfeiern in der Stadt zu organisieren.

Mit dieser Entscheidung zeigte sich Klaus-Dieter Bartel (Grüne) nicht einverstanden. Es gelte, bürgerschaftliches Engagement weiterhin zu unterstützen. Die erzielten Ersparnisse lägen hingegen nur "im Promille-Bereich". Und der Nutzen stehe in keinem Verhältnis zu dem Schaden, der damit angerichtet werde. Dem konnten sich die anderen Fraktionen nicht anschließen: Claudia Schlottmann (CDU) und Hans-Werner Schneller (SPD) gaben zu bedenken, dass die Sparvorschläge bereits mit den Vereinen und Verbänden abgestimmt seien. Und Kämmerer Klausgrete appellierte an die Beteiligten: "Wir müssen auf Dauer einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen, sonst sind wir irgendwann nicht mehr handlungsfähig."

CDU-Ratsherr Michael Deprez, der sich als Karnevalist für befangen erklärte und nicht mit stimmte, weiß hingegen die Lage für die Vereine einzuschätzen: "Es soll noch okay sein. Aber wir sind kurz vor der Schmerzgrenze."

Quelle: RP
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