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Kreistierschau
Europa darf den Mut nicht verlieren Züchter stellen unter freiem Himmel aus

Hilden. Rund 170 Gäste konnte Udo Vierdag, Vorstandsvorsitzender der Stadt-Sparkasse Haan, beim Sparkassenforum im neuen Veranstaltungsraum begrüßen. Der Abend stand unter dem Thema: "Was nun Europa?" Die Gefahr eines Auseinanderbrechens Europas ist so groß wie nie zuvor. Die EU als einmaliges historisches Experiment steckt in einer Krisen-Spirale aus Brexit-Spekulationen und vordrängendem Rechtspopulismus, erläuterte Vierdag. Dazu kommen der wachsende Terror und das schier endlos erscheinende Flüchtlingsdrama. Ein beängstigend großes Krisengemisch. Ist Europa stark genug, mit diesen Veränderungen fertig zu werden? Diese Frage stellte er Elmar Brok (Abgeordneter im Europäischen Parlament), Andrew Denison (Direktor von Transatlantic Networks), Rudolf Hickel (Forschungsleiter an dem Institut "Arbeit und Wirtschaft" der Universität Bremen), Aleksandra Rybinska (Politikwissenschaftlerin und polnische Journalistin) sowie Horst Teltschik (Politologe und ehemaliger stellvertretender Kanzleramtschef von Helmut Kohl).

Rund 170 Zuschauer erlebten eine sehr lebhafte und unterhaltsame Diskussion. Am Ende zeigte sich Vierdag erleichtert, viele positive Aspekte gehört zu haben, die Mut machen für Europa.

Die Kreistierschau in Solingen-Aufderhöhe hatte Festival-Charakter: Auf der Weide der Familie Dickhoven parkten hunderte Autos. Auf dem Gelände präsentierten sich unter freiem Himmel über 50 Aussteller aus Tierzucht und Landwirtschaft. Die Veranstalter der Kreiszüchterzentrale Mettmann erwarteten bis zu 3000 Besucher. Die durften sich über ein vierstündiges Programm mit zahlreichen Tiervorführungen freuen.

Bei der Kreistierschau geht es um Aufklärung der städtischen Bevölkerung, wie der Vorsitzende der Kreiszüchterzentrale Karl Bröcker erläuterte: "Von der Biene bis zum Kaltblüter bilden wir eine große Artenvielfalt ab." Während früher oft Pferde und Rinder ausgezeichnet und verkauft wurden, steht heute die Information im Vordergrund. Bis auf die Rinderzüchter betreiben die übrigen Aussteller die Zucht als Nebenerwerb oder Hobby. Sie tragen dazu bei, die Tierarten zu erhalten. Falkner, Jäger und mehrere landwirtschaftliche Erzeuger komplettierten das Feld der Aussteller.

Viele Familien mit Kindern kamen zur Kreistierschau und vor allem die Kleinen waren begeistert. Beim Kreisverband der Rassekaninchenzüchter hoppelten vier junge Kaninchen auf der Wiese, klein, grau und schlappohrig. "Zwergwidder schwarzgrannenfarbig", sagte Werner Karth fachmännisch und stolz, schließlich hat er seit 1996 mit einigen Hobby-Kollegen an dieser Züchtung gearbeitet.

Ein paar Schritte weiter standen die Profis. Die Landwirte Ernst-Wilhelm Frickenhaus aus Wülfrath und Carsten Berg gehörten zu den wenigen hauptberuflichen Ausstellern. Sie zeigen zwei Tiere der Rassen Holsteiner Schwarzbunte und Rotbunte, den gängigen Milchkuharten in der Region. Für die Landwirte ist der Sinn der Zucht nicht die Liebhaberei, sondern "gute Produktionskühe zu haben, die möglichst lange im Betrieb bleiben", erklärt Ernst-Wilhelm Frickenhaus.

Die wohl größte Fraktion machten die Schaf- und Ziegenzüchter aus. Hier standen "Kerry-Hill-Schafe" neben "Gescheckten Bergschafen" und "Rauwolligen Pommerschen Landschafen". Letztere gehören Johannes von Lange aus Solingen, der Schafbock und vier Muttertiere als Hobby hält. "Eine alte Rasse, die besonders widerstandsfähig ist und deren Wolle sich gut filzen lässt", sagte der junge Mann. Die seltene Rasse war in den 1980er Jahren fast ausgestorben. Kaum kleiner als die Fläche der Züchter war die Ausstellung der Landmaschinen. Die Treckerfreunde Solingen und Langenfeld hatten 20 Traktoren aus den 1950er und 1960er Jahren versammelt. Benjamin Dresen

Quelle: RP
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