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Kunstszene
Günter Kuschmann liebt das Wechselspiel

Hilden. Mit dem Digital-Fine-Art-Print "Erleuchtung: Home sweet home" gewann Günter Kuschmann die Jurierte Jahresausstellung Hildener Künstler 2014. Die Jury wählte ihn unter 63 Einreichern aus. Keiner war davon überraschter als Günter Kuschmann selbst. Jetzt zeigt die Städtische Galerie im Bürgerhaus (Mittelstraße 40) - das war der Preis - bis zum 19. Dezember eine Auswahl seiner intermedialen Arbeiten. Bei der Vernissage heute um 18.30 Uhr wird Dr. Sandra Abend in die Ausstellung einführen. Luke Pan (16), vielfach ausgezeichnetes Gitarren-Talent aus Hilden, spielt zur Eröffnung. Die Bilder werden auch in Hildens tschechischer Partnerstadt Nove Mesto und in der Galerie DLUM in Maribor (Slowenien) präsentiert.

Kuschmann hat die Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschüler abgeschlossen. Der heute 71-Jährige hat sich künstlerisch "ganz schön ausgetobt". Er hat als Regisseur unter anderem Theaterwerke von Kurt Schwitters und Oskar Schlemmer welturaufgeführt, ist in Hilden mit dem Theater "Traumakel" bekannt geworden, hat als Kunstlehrer am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und 30 Jahre als Ausstatter für Theater in Zürich, Bochum, Dortmund, Tübingen und Krefeld gearbeitet. Sein künstlerisches Markenzeichen ist das Wechselspiel - so hat er auch seine aktuelle Ausstellung genannt: "Ich finde es spannend, fiktive Bilder aus auseinander genommenen Fotos zu komponieren, sie zu überlagern und zu bearbeiten" - gerne auch mal "brutalistisch" mit dem Winkelschleifer. So entsteht Bild hinter Bild hinter Bild. Kuschmann entwirft fiktive Szenerien - und wühlt sich dafür mit Wonne durch sein "Pixel-Universum", gespeichert auf zahlreichen Festplatten. Kuschmann ist lebhaft, witzig, unterhaltsam, nimmt sich und die Kunst nicht bierernst. Der geborene Linkshänder wurde in der Schule auf die rechte Hand umerzogen: "Ich schreibe mit rechts, Kunst mache ich aber nicht mit links, sondern beidhändig."

Zu Hause in Düsseldorf hat der Künstler ein Atelier - natürlich mit Computer, seinem bevorzugten Arbeitswerkzeug - und einer "Malecke zum Kleckern". Für einen guten Start in den Tag braucht Kuschmann ein leckeres Frühstück mit schwarzem Kaffee und eine Tageszeitung. Er liebt unrenovierte Wiener Kaffeehäuser und fotografiert praktisch alles - auch in den Kochtopf oder ins Fernsehen. Auch schon mal mit dem Handy: "Ich brauche ja auch schlechte Fotos."

Die Ausstellung von Günter Kuschmann ist bis Samstag, 19. Dezember, in der Städtischen Galerie im Bürgerhaus zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs und freitags von 16 bis 18 Uhr. donnerstags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr. Eintritt frei. cis

Quelle: RP
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