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Ferien-Aktion
Kinder suchen Mörder im Fabry-Museum

Hilden. Der Mörder ist nicht immer der Gärtner, sondern manchmal auch ein bekannter Umweltstreiter. Natürlich nur, wenn es sich um die Ferien-Aktion "Mord im Wilhelm-Fabry-Museum" handelt. Gestern konnten zehn Mädchen und Jungen Dieter Donner als Mörder überführen. Nun ist der Mann in Hilden zwar eher als CO2-Pipeline-Gegner und BUND -Sprecher bekannt, ließ es sich aber nicht nehmen, im Rahmen der Fabry-Ferienwoche den Mörder von Amalie von Weißhaar zu mimen.

Schon vor neun Jahren kamen Walther Enßlin, ehemaliger Lehrer für Chemie, Physik und Informatik am Helmholtz-Gymnasium und Roswitha Dickenscheid-Simon, Diplom-Chemikerin, auf die Idee, in Zusammenarbeit mit dem Museum Naturwissenschaft außerhalb des Unterrichts spannend zu gestalten. Die Papp-Puppe Amalie wurde deshalb bereits vielfältig gemeuchelt. Diesmal lag ihr Tod nach ersten Erkenntnissen der zehn Jung-Kriminalisten am vergifteten Salat, den sie offenbar beim Essen in Gesellschaft ihres Mörders zu sich genommen hatte.

"Naturwissenschaften müssen Spaß machen", kommentiert Dickenscheid-Simon. Deshalb war es pädagogisch geplant, dass die Kinder auf Rittersporn im Essen stießen. Außerdem fanden sie in der Handtasche der Ermordeten Fahrkarten zum Naturgut Ophoven in Opladen. Am Ort konnten die Inspektoren in spe viel lernen und gesunden Kräuterquark selber anrühren. Im weiteren Fahndungsverlauf widmete sich das Team der Itter. Schließlich hatte das Opfer auch von deren Wasser "Heiligen Born" getrunken. "Da haben wir Pflanzen gesammelt. Und das Wasser untersucht", verrät die leitende Kommissarin Dickenscheid-Simon.

Blutegel, Mücken und Larven waren die magere Ausbeute, wo früher noch Flusskrebse lebten. "Das spricht für schlechte Wasserqualität." Die wiederum konnten die Kriminal-Assistenten später mit Hilfe eines Hefe-Toximeters nachweisen. Während all der chemischen Spurensicherungsarbeit hatte sich Dieter Donner verdächtig gemacht, weil er ein Motiv hatte: nämlich einen Streit über den Zustand der Itter mit dem Opfer.

Da man sich auch auf das Abnehmen von Fingerabdrücken spezialisiert hatte, kam es gestern im Museum nur noch auf das Kreuzverhör an, bei dem sich Anika als Talent erwies. Walther Enßlin: "Die Kinder haben das toll gemacht. Sie konnten neben naturwissenschaftlichen Methoden in dieser Woche auch ein Stück Politik lernen." Die Itter sei nämlich das eigentliche Opfer, weil sie biologisch fast tot sei.

Für die Herbstferien bietet das Fabry-Museum ebenfalls eine Kinderaktion an: Dann geht es auf die "Spuren von Friedensreich Hundertwasser". Unter Anleitung von Friedel. W. Warhus malen die Teilnehmer im Alter von sechs bis zwölf Jahren Häuser und Gebäude mit Zwiebeltürmchen und Gärten im Stile des Künstlers.

Informationen dazu unter Telefon 02103 5903. chm

Quelle: RP
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