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Ehrensache
Lions spenden für Flüchtlingssprachkurse

Hilden. Der Lions Club hat 2.000 Euro für die Sprachförderung der Flüchtlinge in Hilden zur Verfügung gestellt. Geld, mit dem die Volkshochschule Hilden-Haan einen Einstiegskurs fortführen kann, der vor kurzem geendet hat. "Sprache ist der Motor der Integration", sagt Christian Braun, der Vorsitzende des Lions Hilfswerks Hilden. Deswegen hätten die Clubmitglieder nicht lange überlegt, als es darum ging, wofür sie spenden sollten. Sozialdezernent Reinhard Gatzke ist froh über das Engagement der Lions: "Das Schöne an diesem Kurs ist, dass jeder ihn wahrnehmen kann, auch die Flüchtlinge, die der Bund sonst nicht fördert." Zurzeit finanziert der Bund nur Kurse für Syrer, Iraner, Iraker und Eritrea. "Dank großzügiger Spenden wie die der Lions und der tollen Arbeit der Ehrenamtlichen können wir bereits seit August jedem Flüchtling einen Sprachkurs anbieten." Zum Beispiel haben 30 freiwillige Helfer zusammen mit der Stadt Hilden und der Evangelischen Kirchengemeinde neun Deutschkurse auf die Beine gestellt, an denen aktuell 86 Personen teilnehmen.

In Marina Fluchs VHS-Deutschkurs sitzen rund 20 Flüchtlinge. Keiner von ihnen ist bisher als Asylbewerber oder Flüchtling anerkannt, niemand weiß, wie lange er in Hilden bleiben wird oder ob ihm sogar die Abschiebung droht. Marina Fluch stammt aus der Ukraine und unterrichtet seit 14 Jahren Deutsch für Ausländer beziehungsweise jetzt für Flüchtlinge: "Die sind alle hochmotiviert", beteuert die Lehrerin. "Wir haben jeden Tag vier Stunden Unterricht, davon ist eine halbe Stunde Pause vorgesehen, aber die wollen alle keine Pause." Warum das so ist, weiß sie auch: "Die besuchen den Kurs freiwillig und wissen, wie wichtig Deutsch ist, um später Arbeit zu finden." Und noch etwas kommt dazu, wie Michaela Neisser, die Hildener Flüchtlingsbeauftragte, weiß: "Die Leute langweilen sich in den Unterkünften und sind froh, wenn sie dort herauskommen und etwas lernen können." Michaela Neisser kennt nur wenige Flüchtlinge, die keine Kurse besuchen: "Das sind zum Beispiel Frauen mit vielen kleinen Kindern."Hilden ist auch in Sachen Lehrkräfte gut aufgestellt: "Wir haben einen großen Pool an Lehrern, auf die wir zurückgreifen können", betont VHS-Chef Heiner Fragemann. Er beschäftigt nur Leute, die eine Nachqualifizierung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge besucht haben. Die VHS denkt gerade um bei der Urlaubsgestaltung: Zwei Monate Sommerferien wird es in Zukunft -zumindest für die Flüchtlinge - nicht mehr geben: "Die brauchen die Sprachkenntnisse, um arbeiten gehen zu können. Da sind die langen Pausen natürlich schlecht. Das müssen wir anders organisieren." Nur an einer Urlaubsregelung will Fragemann festhalten: "Wir haben jetzt zwei Wochen Weihnachtsferien. Die brauchen unsere Dozenten auch."

Quelle: RP
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