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Ausgestellt
Otto Pienes Kunst - ein Spiel mit dem Feuer

Hilden. Von Barbara Steingießer

Beim Pressegespräch zur Otto-Piene-Ausstellung im Kunstraum Gewerbepark-Süd ging es nicht nur um die 35 Arbeiten auf Papier, die bis zum 2. Oktober an der Hofstraße 64 zu sehen sind. Vielmehr wurden auch Erinnerungen ausgetauscht. Erinnerungen an einen faszinierenden Künstler, der Licht tanzen ließ, mit Rauch zeichnete, mit Feuer malte und sogar den Himmel als Leinwand nutzte. Galerist Till Breckner erzählte von der Farm in Massachusetts, wo Otto Piene mit seiner Frau, der Lyrikerin Elizabeth Goldring, lebte. Piene hatte dort zwei ehemalige Silos zu begehbaren Kunstwerken umgestaltet. Das eine mit einem "Lichtballett", das andere mit einer Dauertonglocke von Paul Matisse, einem Enkel des berühmten Henri Matisse. Breckner beschrieb auch Pienes legendäres Feueratelier an der Hüttenstraße in Düsseldorf, in dem der Künstler wie in einem alchemistischen Labor seine geheimnisvollen Rauchzeichnungen und Feuerbilder hervorzauberte. Bei ersteren schwärzte er mit einer rußenden Kerzenflamme die Leinwand, bei letzteren sprühte er zunächst Farbe auf, um sie daraufhin anzuzünden, wodurch sich dramatische Bildwirkungen ergaben. Die Wände an diesem kunsthistorisch denkwürdigen Ort, der demnächst von der Zero Foundation genutzt werden soll, seien pechschwarz von Ruß, so Breckner, auf dem Boden liege immer noch ein ganzer Berg abgebrannter Streichhölzer.

Auch Karlernst Braun vom Gewerbepark-Süd hatte die Gelegenheit, Piene im Düsseldorfer Feueratelier persönlich zu besuchen. Diesem Treffen mit dem Künstler geht eine Anekdote voraus, die davon erzählt, wie Braun einem Bild Pienes - wie er sagt - "nachgelaufen" ist. Nachdem er bereits Werke von Heinz Mack und Günther Uecker besaß, hatte er bei einer Ausstellung im Kunstverein Langenfeld eine Feuerarbeit von Otto Piene gesehen, die ihn so begeisterte, dass er diese und keine andere für seine private Kunstsammlung erwerben wollte.

In Langenfeld hatte es jedoch geheißen, das Werk sei unverkäuflich. Braun hatte die Hoffnung bereits aufgegeben, als er bei einem Besuch im Museum Folkwang in Essen einen Galeristen aus Mönchengladbach traf. Von diesem erfuhr er, dass Piene, der seit den 1960er Jahren in den USA lebte, zufällig gerade in Düsseldorf sei.

Der Galerist gab Braun Pienes Telefonnummer und riet ihm, den Künstler einfach anzurufen und ihn persönlich nach dem Bild zu fragen. Gesagt, getan. Piene lud ihn spontan in sein Atelier ein und - siehe da - verkaufte ihm zum guten Schluss, das heiß ersehnte Feuerbild.

Quelle: RP
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