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Wieder Getroffen
Schule "wird vielleicht Marie Colinet heißen"

Hilden. "Am besten gefiel mir der Rosengarten", erzählt Andreas Meschkat vergangenen Samstag auf dem Ehemaligen-Treffen der Wilhelm-Fabry-Realschule. Der Rosengarten, so erklärt der mittlerweile ältere Herr, war die Raucherecke. "Ab der 9. Klasse durften wir uns dort aufhalten", führt er aus.

Meschkat hat 1978 seinen Abschluss an der Schule gemacht. Als er 1972 an die Fabry-Schule kam, war es noch eine reine Knabenschule.

Die ersten Mädchen kamen ´75. Aufgeregt seien die Jungs schon damals gewesen, allerdings sei es eher komisch gewesen, dass, nach den gemischten Klassen auf der Grundschule, plötzlich keine Mädchen mehr anwesend waren. Andreas Meschkat erinnert sich besonders an Herbert Gödde. Der nun 89-jährige Gödde war Biolehrer und habe viele Jahre den Schulgarten gepflegt. "Naja, eigentlich haben wir den Garten gepflegt", sagt Meschkat. Hennig Kreitzberg setzt nach, die Pflege des Schulgartens sei Göddes Strafe für freche und aufmüpfige Schüler gewesen.

Gödde steht nur ein paar Tische weiter. Er erinnert sich, damals aus den Ferien wiedergekommen zu sein und statt des Schulgartens eine Sporthalle wiederzufinden.

Dass der Name der Schule in zwei Jahren vermutlich nicht mehr existiert, finden alle drei bedauerlich. Zumal die Schule ja nicht verschwinde, sondern nur ihre Form verändere. Das sei ja schon einmal passiert, als die Städtische Realschule für Jungen in Hilden plötzlich Mädchen zugelassen habe, erklären die ehemaligen Schüler und der alte Lehrer.

Die Wilhelm-Fabry-Realschule wird 2018 die letzten Schüler entlassen und zukünftig als Städtische Sekundarschule weiter geführt.

Auch Jochen Schmack und Andreas Hohn finden das Schulaus schade. Traurig sei nicht der Wechsel der Schulform, sondern wieso die neue Schule nicht den alten Namen trage, erklären die beiden ehemaligen Schüler aus dem Jahrgang ´93 mit Unverständnis.

Dann tritt Wilhelm Fabry auf, es gibt Applaus. Unter dem schwarzen Samt-Kostüm und dem künstlichen Bart steckt ein ehemaliger Lehrer der Schule: Clemens Urbschart. Zusammen mit Dietmar Jendreyzik und Claudia Leßelich organisiert er das Treffen. Für nächstes Jahr planen die drei ein Abschiedsfest, auch ein bisschen, um die 60 Jahre, die die Schule 2015 hinter sich hatte, nachträglich zu begehen, wie Leßelich verrät.

Auch sie bedauern das Namensaus. Für Urbschart gibt es jedoch eine kleine Hoffnung: "Vielleicht wird die neue Schule den Namen Marie Colinet, Fabrys Ehefrau tragen." Eines bleibt jedoch vorerst gewiss, das Ehemaligen-Treffen wird zukünftig nicht nur eines von ehemaligen Schülern, sondern auch einer ehemaligen Schule sein.

Quelle: RP
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