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Hilden
Stadtpark: Planer stellen ihre Ideen vor

Hilden: Stadtpark: Planer stellen ihre Ideen vor
Bei der zweiten Werkstatt-Runde zur Stadtpark-Planung nutzten viele Bürger die Gelegenheit, ihre Vorschläge mit den Planern zu diskutieren. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Bürger hatten viele Vorschläge für eine Wiederbelebung der grünen Lunge gemacht. Einige sind jetzt enttäuscht. Von Daniele Funke

Der rund 31 000 Quadratmeter große Stadtpark und der Fritz-Gressard-Platz sollen runderneuert werden. Aus zahlreichen Bürgervorschlägen haben drei Landschaftsplaner erste Entwürfe entwickelt, die rund 100 interessierten Einwohnern jetzt erneut im Gebäude der Talanx-Versicherung präsentiert wurden.

"Neues behutsam hinzufügen" ist einer der Leitsätze des Konzeptes, das Markus Förder vom gleichnamigen Planungsbüro aus Essen präsentierte. Ein weiterer Schwerpunkt: die Historie der Parkanlage. "Wir möchten ein Textilgärtchen mit Faserpflanzen errichten, um die Geschichte des Stadtparks, die ehemals ansässigen Textilfabriken, zu würdigen und werden auf jeden Fall die Zeitzeugen dieser Zeit - die alten Bäume- reaktivieren, das heißt hervorheben."

Markus Gnüchtel (GTL-Planungsbüro Düsseldorf) appelliert eher an Emotionen, nach dem Motto: nahezu alles ist denkbar. "Fangen wir doch vor dem Park an. Die vierspurige Straße. Braucht niemand. Die Stadt schenkt den Bürgern zwei Spuren. Wir machen daraus einen wunderbaren Stadtboulevard. Der Brunnen muss durch Beleuchtung inszeniert werden." Die große Wiese ist schön, aber in der Pflege zu kostenintensiv, weiß der Architekt und erklärt rhetorisch stilsicher mit wenigen Worten: "Ein Blütengarten. Wiesenstauden, wunderschön anzusehen Eine gute günstige Alternative". Viel nüchterner fällt die Präsentation vom Planungsbüro Scape aus Düsseldorf aus. "Wir wollen Geschichte erzählen und möchten daher die Villa Spindler (heute "Hotel am Stadtpark) in den Mittelpunkt unseres Konzeptes stellen. Sie muss sichtbar sein, das bedeutet dass der dschungelähnliche Zustand der vielen Strauchschichten verändert werden muss", sagt Architektin Hiltrud Lintel. "Mir hat der zweite Vorschlag am besten gefallen", meint Einwohnerin Heidi Nagl-Otten (63). Allerdings würde ich mir wünschen, dass natürliche Wasserfilteranlagen gebaut werden, damit die Gewässer nicht so stinken. Und Baumpaten oder Ehrenamtler könnten helfen, Kosten zu reduzieren." Auch Dennis Höltgen (28) und Josue Grammatico (15) sind sich einig: Gnüchtel punktet mit seinen Ideen am meisten." Er hat richtig junge Gedanken. Schön wäre es, wenn man den Waldspielbereich mit mehr sportlichen Elementen für Jugendliche erweitern könnte", schlägt Höltgen vor.

Die aufgestellten Pinnwände für Kritik und Kommentare sind schnell gefüllt. Vieles kommt gut an, einige Bürger aber sind sauer. "Sie wollen alle viel Unterholz wegnehmen, wer denkt bitte an die Tiere?", fragt sich Susanne Schmidt. "Unsere Bedürfnisse als Hundehalter hat man komplett außen vorgelassen", beschweren sich Zuhörer von allen Seiten. Ein heißes Eisen: Viele wollen die Vierbeiner ganz aus der Anlage verbannen. Und auch Merle und Maike (beide 15) vom Jugendparlament sind richtig enttäuscht. "Wir haben beim letzten Mal Spielgeräte für gehandicapte Kinder vorgeschlagen, niemand ist auf das Thema Inklusion eingegangen."

Viele Vorgaben, zumindest von Seiten der Politik und Verwaltung, hatten die Planungsbüros für die Erarbeitung ihrer Konzepte nicht bekommen: der Stadtpark und das umliegende Areal müssen für alle Generationen nutzbar und somit barrierefrei sein und der alte Baumbestand muss erhalten bleiben, gilt die Parkanlage doch als die "grüne Lunge" der Innenstadt.

Quelle: RP
 
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