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Hilden
Stadtwerke erproben neues Geschäftsfeld

Hilden: Stadtwerke erproben neues Geschäftsfeld
Teamleiter Jens Müller präsentiert das neue System anhand eines Modellhauses (Hintergrund), dessen Technik er übers Notebook steuert. FOTO: Staschik
Hilden. Mit "Hilden Home" bietet das Unternehmen Pakete zur Gebäudesteuerung an. Konkurrenten macht das hellhörig. Von Alexandra Rüttgen

Habe ich das Bügeleisen abgestellt? Ist das Licht noch an? Unsicherheit kommt auf, wenn diese Fragen Stunden nach Verlassen des Hauses nicht beantwortet werden können. Abhilfe wollen die Stadtwerke Hilden jetzt mit einem neuen Produkt schaffen: "Hilden Home" macht es möglich, dass Verbraucher die Funktionen von Haus und Wohnung auch über weite Entfernungen dank Smartphone, Notebook oder Computer steuern können. Gestern stellten die Stadtwerke das System vor.

Drei Pakete kann der Kunde buchen. Der Anschaffungspreis liegt zwischen 369 und 549 Euro, hinzu kommen 3,99 Euro monatlich für die Nutzung eines speziellen Internet- oder App-Portals. Denn "Hilden Home" wird über das Internet und per Funk gesteuert. Geliefert wird ein "Plug and Play"-System. Das heißt, der Kunde erhält ein Paket mit Geräten, stöpselt und richtet sie selber ein. Service-Dienstleister kommen erst dann ins Haus, wenn es Probleme gibt. Mittels des Systems lassen sich Licht und Heizung ebenso regeln wie ein Alarm bei Rauchentwicklung, Überflutung, Fenster- und Türöffnung (dieser ist Bestandteil des teuersten Pakets).

Mit "Hilden Home" dringen die Stadtwerke, deren Kerngeschäft der Vertrieb von Strom, Gas und Wasser ist, in ein neues Geschäftsfeld vor. "Wir müssen uns natürlich auch weiterentwickeln, über Strom, Gas und Wasser hinaus. Wir müssen die Angebotspalette erweitern", begründet Vertriebsleiter Oliver Schläbitz diesen Schritt. Und Teamleiter Jens Müller betont: "Wir sind keine Sicherheitsdienstleister. Wir haben eine klare Abgrenzung zum Handwerk. Wir treten in keiner Art und Weise in Konkurrenz zu anderen Anbietern." Dennoch sieht die Branche für Sicherheitstechnik und Gebäudesteuerung den Vorstoß der Stadtwerke kritisch. "Ich bin überrascht, dass die Stadtwerke nun in diesem Bereich tätig sind", sagt Brigitte Kugler, Inhaberin des Hildener Fachbetriebs "Alarm Kugler", der ebenfalls Systeme zur Gebäudesteuerung und -sicherung vertreibt, auf RP-Anfrage. Kugler sieht den Vorteil ihres eigenen Angebots darin, dass Fachleute die Anlage einbauen, die speziell auf Kundenwunsch zugeschnitten ist. "Und auch nach dem Einbau halten wir Kontakt zu unseren Kunden", sagt sie. Deutlichere Worte findet Georg Rodehüser, Inhaber des gleichnamigen Hildener Ingenieurbüros für Gebäudeautomation: "Die Stadtwerke verkaufen nichts anderes als eine simple, kleine Funksteuerung." Er sieht sehr wohl eine Konkurrenz: "Die sollen Energie und Wasser verkaufen, dann ist es gut."

Quelle: RP
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