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Hilden/Haan
Städte suchen Quartiere für Flüchtlinge

Hilden/Haan: Städte suchen Quartiere für Flüchtlinge
Die ehemalige Finanzschule soll zum Quartier werden. FOTO: Staschik, Olaf (OLA)
Hilden/Haan. Hilden hat aktuell 315 Asylbewerber aufgenommen, Haan 223. Noch können sie untergebracht werden. Von Christoph Schmidt

Jede Woche werden Hilden rund zehn neue Asylbewerber zugewiesen, berichtet Michaela Neisser, Sachgebietsleiterin vom Amt für Soziales und Integration. Aktuell beherbergt Hilden 315 Flüchtlinge, Anfang Februar waren es noch 255. Haan hat 223 Asylsuchende (Stand 30. März) aufgenommen, Mitte November zählte Sozialdezernentin Dagmar Formella noch 190. Beide Städte unternehmen große Anstrengungen, um die Asylbewerber zu versorgen.

Wie sieht es in Haan aus? Die Stadt mietet die leerstehende Landesfinanzschule an der Kaiserstraße an. "Wir haben unterschrieben und warten auf den Vertrag des Bau- und Liegenschaftsbetriebs des Landes NRW", berichtet Formella. Das sollte aber eigentlich schon vor vier Wochen passiert sein. Das Herrichten der Landesfinanzschule für bis zu 60 Flüchtlinge werde sicher einige Wochen dauern, schätzt die Dezernentin. Die geplanten Unterkünfte am Neandertalweg und an der Leichlinger Straße würden Anfang 2016 fertig. An der Kampheider Straße entstehen weitere 70 Plätze, das Bebauungsplan-Verfahren läuft. Formella: "Aus heutiger Sicht reichen unsere Kapazitäten 2015 und 2016 aus - mit einigen Fragezeichen."

Wie ist Hilden aufgestellt? Die Stadt hat ein Haus an der Walder Straße angemietet - von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WGH. Es wird Mitte Mai hergerichtet sein, hofft Sozialdezernent Reinhard Gatzke. Das Dachgeschoss einer Unterkunft an der Forststraße soll im Juni ausgebaut sein. Bis Mitte des Jahres sollen so bis zu 120 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Mit der Anmietung von Wohnungen für Flüchtlinge hatte die Stadt bislang keinen Erfolg. "Wir haben drei Angebote bekommen, zwei waren leider nicht brauchbar", so Gatzke. "Wir suchen weiter geeignete Häuser und Wohnungen für Asylbewerber."

Wie sieht es bei der Syrienhilfe aus? Die Hilfsaktion der katholischen St. Jacobus-Gemeinde hat sich zu einem Erfolgsprojekt entwi- ckelt, stellt Pfarrer Ulrich Hennes in den Pfarrnachrichten fest. Mit rund sechzig Bürgschaften seien Menschen aus höchster Not gerettet und ihre Ausreise nach Deutschland möglich gemacht worden. Die Gemeinde sei um weitere Hilfe gebeten worden. Dafür werden weitere Bürgen gesucht. Voraussetzung: Wohnsitz in Deutschland und ein Nettoeinkommen von monatlich 1500 Euro (Einzelperson). Für Unterkunft und Unterhalt der syrischen Flüchtlinge sorgt die Syrienhilfe von St. Jacobus.

Wie können Freiwillige helfen? "Wir bekommen viel Unterstützung aus der Bürgerschaft", bedankt sich Michaela Neisser. Rund 50 Hildener haben sich in eine Freiwilligen-Datenbank eintragen lassen. Susanne Schade-Curtis hilft Bürgern weiter, die sich im katholischen Kreisdekanat ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen wollen. Freiwillige aus der evangelischen Gemeinde Hilden treffen sich erstmals am Donnerstag, 23. April, um 19 Uhr im Gemeindezentrum Markt 18. In Haan treffen sich Freiwillige mit Flüchtlingen jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr im Café International im evangelischen Haus an der Kirche, Kaiserstraße 40.

Quelle: RP
 
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