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Advent Türöffner
Stehen und frieren - und entscheiden, wer rein darf

Hilden. Das Öffnen von Türen gehört zum Advent. In unserer Serie stellen wir jeden Tag einen Menschen vor, der Türen für andere öffnet - auch im übertragenen Sinn. Von Ludmilla Hauser

REGION DÜSSELDORF Der gewisse Reiz, sagt Jens Schek (Name geändert), liege bei seinem Job darin, "dass die Menschen nachts anders sind". Der Leverkusener ist Türsteher und im Sicherheitsdienst tätig. Seit mehr als 20 Jahren. "Ich habe schon vor etlichen Diskotheken gestanden", erzählt er. Zum Beispiel vor der "Nachtresidenz" in Düsseldorf, einem Club mit House und R'n'B, mehreren Tanzflächen in einem alten Theater, oder vor dem mittlerweile geschlossenen "Checkers" an der Kö, wo Claudia Schiffer einst als Model entdeckt worden ist. Schek könnte noch mehr aufzählen. Derzeit arbeitet er als Türsteher unter anderem im Kölner Raum. Ein Job, in dem er und seine Kollegen zum Beispiel darüber entscheiden, wem sie den Eingang in den Club gewähren. Und wem nicht.

Ein Job, in dem er schon alles erlebt habe, was man sich vorstellen könne. Von gefälschten Ausweisen bis zu dieser fast schon heiteren Begebenheit: Ein paar junge Männer begehrten Einlass in einen Club, die Türsteher um Schek wollten sie allerdings nicht so recht reinlassen. "Wir haben ihnen gesagt, sie wären falsch gekleidet, um in die Diskothek zu kommen. Darauf sind die Jungs gegangen." Eine Stunde später sind sie wieder erschienen, "völlig neu gekleidet, mein Kollege und ich haben uns angeschaut, mussten lachen - und die Leute reinlassen".

Frauen, bestätigt der Leverkusener Sicherheitsmann, hätten freilich immer bessere Chancen als Männer, eingelassen zu werden. "Aber auch da gilt: Wenn sie sich vor der Tür daneben benehmen, gibt es keine Ausnahme, dann kommen sie nicht rein", betont Jens Schek. Rein muss er nur, wenn es drinnen Ärger gibt, ansonsten "stehen wir in unserem Job die ganze Nacht vor der Tür".

Und im Winter? Schon jetzt ist es lausig kalt. Der Leverkusener lacht. "Da müssen wir auch unsere Arbeit machen. Kurz: stehen und frieren." Zwischendurch drehen die Sicherheitskräfte mindestens stündlich "Präsenzrunden" durch die Disco oder den Club. Einfach ist der Job auch in Bezug auf mitunter randalierende Möchtegern-Gäste wohl nicht. "Für diesen Job", beschreibt Türsteher Schek, "sollte man kräftig sein. Viele Kollegen sind im Kampfsport geschult. Auf jeden Fall sollte man sich körperlich fit halten."

Quelle: RP
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