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Hilden
Streit um Reichshof-Zufahrt

Düsseldorf. Die Verwaltung hält an der Erschließung allein über die Mühlenstraße fest. Deren Anwohner haben ein alternatives Konzept erarbeitet. Es sieht nur eine teilweise Ausfahrt-Möglichkeit über die Mühlenstraße vor. Von Christoph Schmidt

Die Reichshof Hilden GmbH will den alten Reichshof an der Hochdahler Straße abreißen. An seiner Stelle sollen ein neues Pfarrzentrum für St. Jacobus, ein Kirchplatz, Geschäfte, Büros, Praxen und bis zu 80 neue Wohnungen entstehen.

Politische Rückendeckung

Knackpunkt ist die Verkehrserschließung. Die Verwaltung schlägt eine Erschließung über die Mühlenstraße vor. Dagegen wehren sich rund 80 Anwohner. Politische Rückendeckung haben sie von CDU, Grünen, Unabhängigen und Bürgeraktion erhalten, die sich für eine möglichst geringe Mehrbelastung der Mühlenstraßen-Anwohner einsetzen. Entschieden wurde bislang noch nichts. Man wollte ein Verkehrsgutachten abwarten. Das liegt dem Stadtentwicklungsausschuss heute Abend zur Beratung vor.

Die Verwaltung bleibt bei ihrem Vorschlag, die geplante private Tiefgarage nur über die Mühlenstraße anzufahren. Die Zahl der Stellplätze wurde allerdings von 150 auf 120 verringert. Der Lieferverkehr soll die Mittelstraße benutzen. Eine Tiefgaragenzufahrt von der Hochdahler Straße lehnt die Verwaltung aus städtebaulichen Gründen ab. Die Zufahrt unterbreche die Gebäudefassade. Dies sei nicht im Sinne des erfolgreichen Wettbewerbsbeitrags aus dem Investorenauswahlverfahren.

Eine Erschließung über die Hochdahler und die Mühlenstraße sei zwar verkehrstechnisch möglich. Dafür müsse die Verkehrsführung auf der Hochdahler Straße geändert werden. Zudem fürchtet die Verwaltung Konflikte mit den Bussen am Busbahnhof Gabelung.

Die Anwohner haben ein eigenes, alternatives Verkehrskonzept vorgelegt. Sie werfen dem Verkehrsgutachter des Investors vor, er habe das Leistungsvermögen der Mühlenstraße falsch berechnet. Auf einer Länge von 90 Metern könnten sich zwei Fahrzeuge dort nicht begegnen. Die Anwohner schlagen als Kompromiss die Einfahrt zur Tiefgarage aus allen Richtungen und die Ausfahrt nur nach rechts auf die Hochdahler Straße sowie eine Ausfahrt auf die Mühlenstraße vor (wegen der fehlenden Linksabbiegemöglichkeit auf die Hochdahler Straße). Das hätte den Vorteil, dass nur etwa 25 Prozent des zusätzlichen Verkehrs über die Mühlenstraße rolle, erläutert Sabine Lipken-Simon von der Anwohner-Initiative. Die Anwohner machen sich weiter für Kurzzeitstellplätze an der Hochdahler Straße stark, um Parksuchverkehr auf der Mühlenstraße zu unterbinden, sowie für ein Halteverbot im Eckbereich Mühlenstraße/Am Rathaus.

Lipken-Simon fordert, dass die öffentliche Nutzung der Tiefgarage "grundsätzlich unterbunden" werden müsse. Kirchenbesucher an Sonn- und Feiertagen könnten ja die Tiefgarage am Rathaus nutzen. Der Fußweg von 250 Metern sei "zumutbar".

Parken für Kirchenbesucher

Das sieht Monsignore Pastor Ulrich Hennes anders. Die Pfarre St. Jacobus (mit 20 000 Gläubigen die größte im Erzbistum Köln) lege schon Wert darauf, dass Kirchenbesucher in der Reichshof-Tiefgarage parken könnten. Es gebe genügend Gottesdienstbesucher, die mit dem Auto, etwa aus dem Hildener Osten, zur Messe kämen. Und Busse verkehrten am Sonntag nicht so häufig.

Hintergrund unter www.rp-online.de/hilden

Quelle: RP
 
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