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Hilden
Sven Lorig läuft zur Hochform auf

Hilden: Sven Lorig läuft zur Hochform auf
FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Hilden. Angekündigt war eine Lesung mit dem Fernsehmoderator Sven Lorig aus seinem aktuellen Buch "Lässig Laufen". Es wurde ein unterhaltsamer Abend voller witzig und teils absurder Anekdoten aus dem sportlichen und beruflichen Leben des charmanten Hildeners. Von Daniele Funke

Zwei Eigenschaften kann man Sven Lorig, bekannt aus Funk- und hauptsächlich Fernsehen, definitiv nicht absprechen. Dieser erfolgreiche, smarte, gut aussehende, gebildete 44jährige Hildener verfügt über viel Wortwitz und eine große Portion Selbstironie. "Ich hielt mich für ein Rennpferd, das nur so losrasen würde, ließe man es denn aus der Box. Fakt war: ich war ein 100-Kilo Körper, dicke Backen, Mondgesicht, stets bereit für das Sauerstoffzelt", zitiert Sven Lorig aus seinem ersten Kapitel "Dumm gelaufen". Darin beschreibt er, wie der ehemals so sportliche junge Sven ("meine Jugend war geprägt von Fußball, Eishockey und Formationstanz") nach einer jahrelang andauernden, körperlich recht phlegmatischen Lebensphase ("ich definierte es für mich als kleine Regnerationspause") schwerst übergewichtig erste Versuche zurück in die Beweglichkeit wagt. "Ich schnappte mir die Pulsuhr meiner Frau, dachte, ich lauf mal eben so zehn Kilometer, ich schaffte einen Bruchteil dessen und das Laktat kam mir noch Stunden später aus den Ohren heraus."

Ein reines Sachbuch solle Sven Lorig, der eigentlich bei seiner Buchidee an einen Krimi gedacht hatte, schreiben, schlug sein späterer Verlag vor. "Worüber denn?" habe er zurückgefragt "ich kann doch nix, außer Laufen." Das Thema war geboren, aber wer will ein Buch ausschließlich über Marathonzeiten und Muskelaufbau? Und überhaupt, was könnte ein passender Titel sein?

Sven Lorig ist stolz auf ein Kapitel, das es - seiner Angabe nach - in dieser Form noch nie in der Literatur gab. "Es heißt -der größte Mist" und führt unzählige Titelideen auf, die ich mir, aber auch die Menschen um mich, ausgedacht haben."

Das Publikum, darunter viele bekennende Läufer, lacht viel, wird befragt und und fragt nach, der Buchautor duzt die Zuhörer "unter Läufern ist das so". Es erlebt einen sehr menschelnden Sven Lorig, der selbstbewusst und souverän und doch ein wenig wie der Joggingkumpel von neben rüberkommt und schließlich ist er auch einer von ihnen, die Orte an denen er gern e läuft sind allen vertraut: der Hildener Stadtwald, der Unterbacher See.

Natürlich, ein bekannter Fernsehmoderator kommt nicht umhin, ein wenig aus dem medialen Nähkästchen zu plaudern. Er beschreibt eine Reportagereise in die Ukraine, plakativ schildert er das unheimliche Treffen mit einem Drogendealer im Armenviertel, den psychischen Stress und wie sehr er sich als Ausgleich die Möglichkeit des Laufens ersehnt. "Laufen ist Sventime, Zeit nur für mich", sagt Lorig.

Und immer wieder geht es um Marathon, um die Qualen der Vorbereitungen, den inneren Schweinehund, das Gefühl, während des Laufens nicht mehr zu können. "Beim Einlauf ins Ziel eines Marathons sah mich eine befreundete Kollegin und rief mir zu: musst du jetzt sterben, Sven?". Das Publikum lacht.

Natürlich, gute Literatur braucht eine Message, einen Appell. Der letztlich ausgewählte Titel "Lässig Laufen" sagt laut Sven Lorig eigentlich alles. "Lässig heißt nicht laissez-faire, aber wichtig ist, seid nicht zu verbissen beim Laufen, lasst fünfe auch mal gerade sein."

Quelle: RP
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