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Hilden
Tafel lässt wieder Pakete zum Fest schnüren

Hilden. Mit ihrer Weihnachtspäckchenaktion wollen die Helfer ihren Kunden die Feiertage verschönern. Von Alexander Riedel

Ehrenamtliche Arbeit für Menschen in schwierigen Lebensumständen leisten und selbst auf Hilfe angewiesen sein - Dieter Mühle kennt beide Seiten: Seit einigen Monaten gehört der 75-Jährige zu den mehr als 700 Kunden der Hildener Tafel. Die versorgt Menschen in sozialen Notlagen - sei es bedingt durch Langzeitarbeitslosigkeit, private Schicksalsschläge oder die Flucht vor Krieg und Verfolgung - regelmäßig mit Lebensmitteln.

"Ich habe eine kleine Rente", erzählt Mühle. Zur Tafel brachte ihn indes nicht nur die Notwendigkeit, sich selbst im Alltag versorgen zu können, sondern auch das Bedürfnis, eine Aufgabe zu haben: "Zuhause fällt mir die Decke auf den Kopf."

Bei der Einrichtung unter dem Dach des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer besorgt er zusammen mit einigen Kollegen die Waren von verschiedenen Kaufhäusern und packt auch in den Räumen an der Kirchhofstraße 18 kräftig mit an. Demnächst hilft er bei einer besonderen Aktion, mit der die Tafel - unterstützt durch die Bevölkerung - ihren Kunden alljährlich in der Adventszeit eine Freude machen will: "Fröhliche Weihnachten für alle - ein Paket zum Fest" führt die ehrenamtlichen Helfer und die Hilfsbedürftigen in die Räume der Erzbischöflichen Theresienschule an der Gerresheimer Straße 53.

Mit der verbindet die Tafel eine enge Kooperation. Am Mittwoch, 14. Dezember, von 8 bis 18 Uhr sowie am Donnerstag, 15. Dezember, von 8 bis 14 Uhr nehmen die Schülerinnen der neunten Klasse von der Bevölkerung gespendete Päckchen für die Tafelkunden in der Schule an. Bis dahin sind die Hildener aufgerufen, haltbare Lebensmittel, von Kaffee und Tee über Konserven, Nudeln und Instantsuppen bis hin zu H-Milch und Süßigkeiten zusammenzupacken. Die Spender sollen die Pakete unverschlossen in der Schule abgeben und auf einer Inhaltsliste eintragen, für wie viele Personen und welche Personengruppe ihre Gaben geeignet sind. Zudem sollen sie angeben, ob zum Beispiel Schweinefleisch unter den eingepackten Produkten ist. Alkohol oder Zigaretten sind ebenso tabu wie frische Waren, die gekühlt werden müssten. Zu den Empfängern der Päckchen gehörte auch im letzten Jahr schon Stefanie Meyes. "Mein älterer Sohn hat im vergangenen Jahr einen Spielzeugbagger bekommen", freut sich die zweifache Mutter, die sich lange geziert hatte, die Hilfe der Tafel in Anspruch zu nehmen. "Verwandte haben mich schließlich dazu gebracht", erklärt sie.

In der feierlich geschmückten Caféteria empfängt die Schule am 15. Dezember von 16 bis 19 Uhr die Tafelkunden mit Musik, Kaffee, Plätzchen und Stollen. Gruppenweise nehmen die Schülerinnen ihre Gäste mit zur Bescherung. Und dann darf sich, nach getaner Arbeit, erstmals auch Dieter Mühle über ein Paket freuen.

www.rp-online.de/hilden

Quelle: RP
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