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Advent Auf Dem Weg Zur Weihnacht
Tannenbäume frisch vom Feld

Advent Auf Dem Weg Zur Weihnacht: Tannenbäume frisch vom Feld
Zahlreiche Bäume in den Kulturen von Gut Scheifenhaus sind schon von ihren künftigen Besitzern mit Anhängern markiert worden. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Seit dem 1. Advent können Familien auf Gut Scheifenhaus in Gruiten "ihre" Tanne aussuchen und ab 9. Dezember auch selbst schlagen. Von Ilka Platzek

Haan Alle Jahre wieder haben Kunden die Qual der Wahl: Soll der Baum klein oder groß, breit oder schmal, duftend oder pieksig sein?

Schon Wochen vor Heiligabend gibt es an jeder Ecke Weihnachtsbäume zu kaufen, sogar im Baumarkt. Wer es frisch mag, ist allerdings gut beraten, den Tannenbaum direkt vom Erzeuger zu kaufen und selbst zu schlagen oder schlagen zu lassen. In Haan-Gruiten auf Gut Scheifenhaus (Vohwinkeler Straße 37) wird der Christbaumkauf zum Erlebnis für die ganze Familie.

Karl-August Niepenberg (65) und seine Familie bieten bereits seit 1980 Bäume aus eigener Produktion an: "Wir haben Fichten, Blaufichten und Nordmanntannen. Außerdem bieten wir einige Exoten an. Zum Beispiel die Koreatanne."

Am preiswertesten ist die Fichte (eigentlich Rotfichte): Sie duftet, nadelt aber am schnellsten. Der promovierte Agrarwissenschaftler berechnet für sie 13 Euro pro Meter. Blaufichten pieksen und duften. Sie halten aber länger als die Rotfichten und schlagen mit 16 Euro pro Meter zu Buche. Die Nordmanntanne - der Liebling der Deutschen - hält am längsten, piekst und duftet nicht. Kostenpunkt: 20 Euro pro laufendem Meter.

80 Prozent der Käufer sind Stammkunden und etliche von ihnen suchen sich ihre Bäume schon Wochen und Monate vorher aus und markieren sie. Besonders skurril: "Manche bringen ein Kettenschloss mit und sichern ihren Baum auf diese Weise vor dem Umetikettieren oder Klauen", erzählt Niepenberg.

Die Geschmäcker sind zum Glück verschieden: "Da sind etliche bei, die ich nicht nehmen würde", gibt der Landwirt zu. Obwohl er schon findet, dass die meisten schön sind - dank liebevoller Betreuung: "Meine Tochter und ich laufen durch die Kulturen und schneiden überstehende Äste ab. 80 Prozent unserer Bäume werden bearbeitet und bekommen mit einer Spezialzange einen Formschnitt verpasst." Niepenberg verkauft seine Bäume bis nach Düsseldorf und Wuppertal.

Wenn ab dem 9. Dezember täglich zwischen 10 und 18 Uhr die Leute zum Baumschlagen kommen, gibt es Glühwein und Kekse gratis. Für den Verkauf zuständig sind Tochter und Schwiegersohn.

Bei den Kunden gilt meistens: "Papa muss sägen, die Kinder helfen beim Tragen", hat Karl-August Niepenberg festgestellt. - Das genießt auch Uwe Sander, der seit zehn Jahren etwa 500 Meter vom Scheifenhaus entfernt wohnt. "Wir kommen mit den Enkeln und die helfen tragen. Das ist doch schöner, als den Baum einfach am Baumarkt abzuholen. Außerdem sind die Bäume im Handel ja oft schon vier Wochen vorher geschlagen worden", weiß er.

Auf der "Weihnachtswiese von Gruiten" gibt es aber nicht nur Christbäume zum Selberschlagen, sondern immer auch etwa 100 frisch geschlagen Bäume, die die Kunden im Netz nach Hause tragen oder fahren können.

www.scheifenhaus.de

Quelle: RP
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