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Hilden
Tanzcorps quält sich für neue Session

Hilden: Tanzcorps quält sich für neue Session
Das Tanzcorps der Karnevalsgemeinschaft Kniebachschiffer ist zum Aufwärmtraining bereit. FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Hilden. Jahrzehntelang waren die Tänzer der Kniebachschiffer eine feste Bank im Karneval. Dann gab es Streit, etliche traten aus. Hat der Neustart gezündet? Ein Besuch. Von Annika Schmidt

Schon eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn ist der Bürgertreff an der Lortzingstraße gut gefüllt. Das Tanzcorps der Karnevalsgemeinschaft Kniebachschiffer ist zum Aufwärmtraining bereit. "Wir beginnen heute eine halbe Stunde eher als gewöhnlich, denn am Wochenende steht ein Auftritt an", erzählt Claudia Peters, die Trainerin des Tanzcorps.

Diese sinnvolle Möglichkeit gab es jedoch nicht immer. "Wir haben bis vor kurzem in der Aula des Helmholz-Gymnasiums trainiert. Das Problem war allerdings, dass dort oft andere Veranstaltungen stattfanden, so dass das Training kurzfristig abgesagt werden musste", sagt Präsident Michael Deprez. Auch in den Schulferien gab es keine Möglichkeit, weiter an dem neuen Bühnenprogramm zu feilen. Aber gerade im Moment ist regelmäßiges Training sehr wichtig, denn die Tänzer der Kniebachschiffer wollen nach ihrem Neustart vor eineinhalb Jahren wieder ganz nach oben und wie früher auf den richtig großen Bühnen tanzen.

"Dafür sind jetzt vier neue Mädels dabei. Außerdem absolviert ein Junge gerade das Probetraining", sagt Betreuerin Nadine Karbaum. Nun ist es also die Aufgabe, die alten Tänze mit allen Tänzern gemeinsam einzustudieren. Und so kommt es, dass die Trainingsgruppe während des Trainings geteilt wird. "Wir haben zwei Tanzpaare, die auch bei dem bald anstehenden Auftritt Hebefiguren und Sprünge zeigen werden. Diese müssen natürlich gesondert geübt werden", erklärt Karbaum. Also schnappt sich Dennis Schlimm, der seit der vorigen Session zum Tanzcorp gehört, seine Partnerin und setzt sie auf seine Schultern. Dass dabei einiges an Muskelkraft gefragt ist, wurde ihm auch erst klar, als es soweit war. "Vorher hat man darüber nie nachgedacht. Es sieht immer so leicht aus", gibt Schlimm zu. Dennis wurde im vergangenen Jahr von seiner Ehefrau Manuela überredet, mit dem Tanzen anzufangen. Sie ist schon seit vielen Jahren aktives Mitglied der Kniebachschiffer. "Er hat sich immer gedrückt, aber im letzten Jahr konnte er sich nicht mehr herausreden", sagt Manuela.

Auch Präsident Michael Deprez, gibt zu, dass sich nur selten ein neues männliches Mitglied in die Trainingsstätte verirrt: "Leider ist es so, dass die Jungs einfach nicht mit dem Tanzen aufwachsen. In jungen Jahren gibt es das kaum und deswegen kommen sie dann auch im höheren Alter nicht mehr in Kontakt mit dem Tanzen." Er bestätigt aber auch, dass die meisten das Tanzen unterschätzen. Viele seien dann ganz überrascht, wie viel Kraft wirklich dahinter steckt. Dennis zum Beispiel muss neben dem Training, zweimal in der Woche, zusätzlich zum Krafttraining ins Fitnessstudio. "Was aber auch noch hinzukommt, sind oft Hemmungen. Bei unserem Tanzen herrscht quasi dauernd Körperkontakt. Wer das nicht gewohnt ist, muss sich damit erst einmal arrangieren", erzählt der Präsident, der einst selbst zu den Tänzern des Corps zählte. Hinzu kommt, dass das Erlernen der Grundtechnik Zeit und Geduld braucht.

Neben der Aufgabe, alle mit den bestehenden Tänzen vertraut zu machen, will das Tanzcorps der Kniebachschiffer auch neue Figuren und Bühnenbilder schaffen. Denn trotz der traditionellen, 28 Jahre alten Tanzkleidung soll das Publikum immer wieder den Eindruck von Neuheit und Begeisterung bekommen. Damit das alles funktionieren kann, gibt Chantal Heller Kommandos. "Reihe!" heißt es - und das ganze Tanzcorps gehorcht. "Dadurch können sich besonders die Neuen auf ihre Technik konzentrieren und müssen nicht noch überlegen, wie lange jetzt genau eine Pose gehalten werden muss beziehungsweise was als nächstes an der Reihe ist", erklärt Nadine Karbaum. Es ist also kein Problem in die Gruppe und besonders in den Sport hinein zu finden. Und so sind weiterhin neue Gesichter willkommen.

Kontakt und Anmeldung bei Nadine Karbaum unter Tel. 015786780539 oder per E-Mail: n.karbaum@gmx.de

Quelle: RP
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